Allgemeine Infos über Hunde:

Das Wolfsrudel als Vorbild

Rangordnung

Wie sag´ ich´s meinem Hund?

Wenn der Hund das Regiment übernimmt

Wie der Hund seine Beförderung beantragt

Kluge Sprüche

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 Das Wolfsrudel als Vorbild  für die Hundeerziehung und -ausbildung

  Unsere Hunde sind zwar keine Wölfe mehr und haben sich im Laufe von  15.000 Jahren an das Zusammenleben mit dem Menschen angepasst, trotzdem  wird als Erklärung für das Verhalten von Hunden immer wieder das  Rudelleben der Wölfe herangezogen und auf den Hund übertragen. Doch wie  erreichen dort die Alphatiere ihren dominanten Status? Früher glaubte man,  dass Wölfe in einer starren, auf Zwang basierenden Dominanzhierarchie  leben und die diktatorischen Alphas ihren höheren Status gegen  nachdrängende Rebellen immer wieder durch Kämpfe "mit Zähnen und  Klauen" verteidigen müssen. Dementsprechend sollten auch die Befehle des  Menschen eherne Gesetze sein, die notfalls mit Gewalt durchgesetzt wurden.  Autorität und Dominanz wurde mit Strenge, Härte oder gar Strafe  gleichgesetzt. Bei Ungehorsam sollte der Hundeführer dem Hund seine  körperliche Überlegenheit durch Starkzwang klarmachen (kneifen ins Ohr,  Stock, dünnes Würgehalsband, Stachelhalsband, Reizstromgerät oder völlig  unverhältnismäßig angewandte scharfe Leinenrucke). Fehlverhalten des  Hundes wurde als absichtliche Widersetzlichkeit betrachtet: man sagte, der  Hund wolle seinen Hundeführer "reinlegen", "austricksen" oder gar "sich  auflehnen". Echte Verweigerungen sind jedoch eher selten und dann meist  gerade die Folge von Zwangseinwirkungen. Die Ausbildung des Hundes  wurde vor allem als Machtkampf zwischen Herr und Hund angesehen.  Motto: Zuckerbrot und Peitsche.  In Wirklichkeit gibt es diese menschlich verstandene Dominanz - Macht nur  um der Macht willen, Macht die etwas beweisen soll, Macht die Kraft zeigt -  unter Wölfen gar nicht. Die meisten Beobachtungen, die früher als Vergleich  zu unseren Hunden herangezogen wurden, sind an in Gefangenschaft  lebenden Gruppen gemacht worden, die willkürlich zusammengesetzt wurden,  auf eng begrenztem Raum leben mussten und keine Ausweichmöglichkeiten  hatten. In diesen Wolfsgehegen war die Aggressivität der Tiere untereinander  natürlich relativ hoch. Neuere Forschungen an freilebenden Wolfsrudeln  zeigen dagegen ein ganz anderes Bild. Die alte Mär vom ständig führenden  Oberwolf bröckelt mehr als gewaltig. Rudelbildung ist etwas völlig anderes  als eine starre hierarchische Hackordnung. In der Natur besteht ein  Wolfsrudel meist aus den Elterntieren und ihrem Nachwuchs. Durch ihre  größere Erfahrung, ihre soziale Kompetenz und ihren Entscheidungswillen  sind die Eltern fast automatisch dominant. Außerdem demonstrieren sie ihre  Dominanz durch ihre Körpersprache und ihr Markierverhalten. Die untergeordneten Tiere sind ihre Helfer, von denen jeder eine Aufgabe hat,  die seinen Fähigkeiten entspricht. Wölfe verhalten sich den Erfordernissen  einer Situation entsprechend. Das Rangverhalten orientiert sich nicht an  einer formalen, prestigebeladenen Hierarchie, sondern an den für das  Überleben erforderlichen Funktionen. Die erfahrenen Alphatiere leiten die  Geschicke ihres Rudels nur, wenn es um Reproduktion, Nahrungsbeschaffung  oder Gefahrenvermeidung geht. Und die anderen Rudelmitglieder folgen  ihnen aus Eigeninteresse - oder auch nicht. Ein ranghöheres Tier maßregelt  ein rangniederes nicht ständig, lässt es durchaus auch selbständig agieren  und delegiert ihm Aufgaben, für die es besonders geeignet ist. Im sicheren  Kernrevier scheint es sogar überhaupt keine Rolle zu spielen, wer die Gruppe  anführt. Der "Alpha" hat es offenbar gar nicht nötig, bei jeder Gelegenheit  seinen Rang zu beweisen. Aber wenn es darauf ankommt, wird er agieren  und seine Entscheidung treffen.  Unsere Hunde leben allerdings unter ganz anderen Bedingungen als ihre  Urahnen. In freier Wildbahn wandern erwachsen werdende Jungwölfe, die  mit ihrer Familie in Konflikt geraten sind, im Alter von etwa 2 Jahren ab  und gründen ein eigenes Rudel. Unser Haushund aber kann nicht einfach  seiner eigenen Wege gehen. Wir halten ihn sein Leben lang in jugendlicher  Abhängigkeit. Eigenständige Hunde wie der Belgier zeigen dann immer  wieder Expansionstendenzen, denen wir rechtzeitig entgegenwirken müssen.  Dabei sollten wir aber nicht aggressiv werden, wie es das alte Rudelmodell  nahe legt, sondern uns eher wie gute Eltern verhalten, die ihren Nachwuchs  führen und fördern. Autorität ist nicht das Ergebnis von einzelnen  Unterordnungsübungen, sondern ein Resultat des praktizierten täglichen  Umgangs. Der Hund erwartet von uns eher eine psychische Überlegenheit als  eine körperliche. Und das sollte uns doch eigentlich nicht allzu schwer fallen.  ;-) 
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  Rangordnung-  wer ist der "Herr" im Haus?

  "Nicht nur der nach oben in der Rangordnung seiner Familie strebende Hund beißt,
 sondern ganz besonders der ständig nach unten gedrückte Prügelknabe - aus Angst."
  Erik Zimen

  Nahezu alle Probleme mit Hunden haben ihre Ursache in ungeklärten  Dominanzverhältnissen. Die Rangeinweisung ist der erste Schritt in der  Erziehung. Bei der Aufnahme eines Welpen in die Familie ist die Einordnung  auf dem hintersten Platz naturbedingt, denn der Jüngste fängt eben ganz  unten an, und das weiß der Welpe. Diese natürliche Einordnung muss dann  nur noch aufrecht erhalten werden. Wenn der Junghund ins Flegelalter  kommt, kann die Rangordnung aber durchaus einmal der Klarstellung  bedürfen. Zeigt der Mensch nun Führungsschwäche, so ist es aus der Sicht  des Hundes besser, wenn er die "Herrschaft" übernimmt, weil ganz  offensichtlich er selbst die Entscheidungen übernehmen muss, um das  Familienrudel sicher zu führen. Der Kompetenteste übernimmt die  Führungsposition. Klingt doch logisch, oder? So "denkt" nicht nur der  Belgier. Ist die Rangordnung nicht geklärt, glaubt auch der winzigste Hund,  die Initiative ergreifen und das Regiment im Haus übernehmen zu müssen.  Und entwickelt sich der putzige Knuddelbär dann zum Tyrannen, ist die  Enttäuschung groß.  Ein Problem ist die zunehmende Vermenschlichung unserer Hunde in einer  Zeit wachsender sozialer Kälte unter den Menschen. Unsere Vierbeiner  dürfen viel zu selten einfach nur "Hund" sein. Sie werden wie Paschas  umsorgt und verhätschelt. Der Hund fungiert als Partnerersatz, der auf  Frauchens Schoß sitzt und in Frauchens Bett schläft. Gerade kleine Hunde  spielen bei ihren Menschen oft die erste Geige. Sie sind einfach zu niedlich  um sie wie einen richtigen Hund zu behandeln. Und der Hund nimmt die  Liebesbeweise, die in seinen Augen Beschwichtigungsgesten eines  Untergebenen sind, entgegen und glaubt sich zum umworbenen Boss gekürt.  Wir müssen lernen, die Welt mit den Augen und dem Verstand des Hundes zu  sehen. Würden wir die Bedürfnisse unserer Vierbeiner und ihr wölfisches  Erbe wirklich respektieren und achten, wäre unsere Gesellschaft um viele  sogenannte Problemhunde ärmer. Ohne klare Rangeinweisung sind Hunde  unsicher, ängstlich, aggressiv und schwer bis nicht erziehbar.  Die Rangeinweisung sollte nicht zum Ziel haben, den Hund einzuschüchtern  oder völlig zu unterwerfen. Über die Rudelführung entscheiden weniger Kraft  und Herrlichkeit, sondern Klugheit und Erfahrung. Der Mensch muss dem  Hund ein Führer sein, aber nicht einer, vor dem der Hund Angst haben muss.  Ein guter Rudel-/Hundeführer gibt seinem Hund Unterstützung und Liebe. Er  ist einer, der den Weg weist, zu dem der Hund aufschauen und dem er  vertrauen kann: ruhig, sicher, beschützend und freundlich. Ein guter  Rudelführer wird nur äußerst selten aggressiv um Konflikte zu lösen. Auch in  der Mensch/Hund-Beziehung sollten aggressive Handlungsweisen wie der  sogen. "Alphawurf" auf seltene Extremsituationen beschränkt werden und  anschließend sollte man dem Hund durch Ausführen eines Befehls sofort die  Gelegenheit zu richtigem Verhalten, das man belohnen kann, ermöglichen.  Wer seinem Hund mit drakonischen Zwangsmaßnahmen, Gewaltausbrüchen,  Härte, Druck, Strafe, Schlagen, Schreien, Schimpfen, Drohen und barschem  Kommandieren zeigen will, wer der Herr im Hause ist, hat die Schlacht  schon von vornherein verloren. In der Hundesprache ist Nervosität und  Hektik ein Zeichen der Schwäche. Lautes Schreien signalisiert dem Hund  eher die Unterlegenheit seines Besitzers. Dominanz entsteht ohne  tatsächlichen Kampf. Jeder Versuch der Aggression würde eine Herablassung  zu dem Niveau des wutschnaubenden, also schwächeren Gegners bedeuten.  Einen hohen sozialen Status erreicht in einem Hunde/Wolfsrudel nicht das  stärkste und aggressivste Tier, sondern ein besonders erfahrener Wolf, der  die höchste soziale Kompetenz und auch Jagdkompetenz zeigt. Also  Fähigkeiten, die das Überleben der Gemeinschaft sichern. Alpha-Wölfe sind  Leitfiguren mit Vorbildfunktion, die viele Aktionen einleiten. 
 
Rudelführer ist nicht der Stärkere, sondern der Schlauere!

  Die Kunst der Rangeinweisung liegt darin, dem Hund deutliche Grenzen  aufzuzeigen und ihm trotzdem zugleich auch seine hündische Freiheit zu  belassen. Er muss auch unter menschlicher Dominanz seinen persönlichen  Charakter ausbilden können, braucht Spielräume für seine biologischen  Bedürfnisse und muss deshalb auch ohne ständige Gängelei seitens seiner  menschlichen Bindungspartner selbständiges Verhalten umsetzen dürfen. 

Solange es keine Unstimmigkeiten in der Rangordnung gibt,
 darf sich der
  Hund frei entfalten
.
  Keine Rangfolge ist festgeschrieben; sie kann sich verändern, der Unterste  kann sich nach oben kämpfen, der Höchste kann seinen Rang verlieren. Es ist  immer nur ein Prozess, nie ein Dauerzustand. Die Rudelhierarchie wird  ununterbrochen durch viele kleine Symbolhandlungen und Gesten im  täglichen Zusammenleben abgesichert. Die Alphatiere halten die Ordnung  im Rudel ohne großen Aufwand mit Blicken und Bewegungen aufrecht. Jede  Handlung des täglichen Lebens - fressen, schlafen, um Aufmerksamkeit  betteln, spielen, Körperkontakt und Initiative - hat auch hierarchische  Bedeutung. Diese soziale Kommunikation macht tatsächliche Kämpfe und  Auseinandersetzungen überflüssig. Die symbolische Aktion ersetzt die reale. 
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  Wie sag' ich's meinem Hunde?

  Regeln für das tägliche Miteinander - Handeln wie ein (Über-)Hund

  Hunde kennen keine Diplomatie. Der ideale Belgier-Besitzer ist konsequent,  aber auch geduldig, liebevoll, einfühlsam und fürsorglich. Er hat Autorität  ohne autoritär zu sein, strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Der ideale  Anführer ist ein ausgeglichener, besonnener und nachdenklicher Typ.  Würde, Selbstsicherheit, Willensstärke und Unnachgiebigkeit verleihen ihm  eine natürliche Überlegenheit und Durchsetzungsfähigkeit.

  Die Zauberformel zur Rudelführerschaft lautet: Agieren statt reagieren.-

 Der Rudelführer schafft Tabuzonen, setzt klare Grenzen und Verbote,  aber auf nette Art, aufmunternd statt strafend, eher mit Leckerbissen als  drohend. Die Tabuisierung bestimmter Aufenthaltsbereiche (z.B. Essecke,  Küche) unterstreicht den höheren Sozialstatus des Menschen. Der  Ranghöchste darf dagegen alles. Er hat Zugang zu allem, wann immer er  will.  - Er bestimmt über Ruheplätze. Besonders relevant sind erhöhte oder  strategisch wichtige Plätze, die Kontrollblicke über das Revier oder den  Rest des Rudels gestatten (Balkon, Terrasse, Hauseingang, Sessel). Für  den Anführer ist nichts tabu. Setzen Sie sich ab und zu auch auf die  Decke und den Lieblingsplatz des Hundes. Er muss den Platz auf  Wunsch unverzüglich ohne Protest räumen. Gestatten Sie dem Hund  keine schwer erreichbaren und gut zu verteidigenden Trutzburgen.  - Er bestimmt, ob und wann der Hund Futter bekommt oder auch nicht.  Fütterung erst nachdem die Familie ihre Mahlzeit beendet hat und nach  Ausführung eines Befehls. Fordert der Hund pünktlich sein Futter und  wird so lange lästig, bis er es bekommt, sollte man die Routine ändern.  Betteln missachten, da gibt es keine Ausnahme, auch wenn der Hund  noch so hungrig guckt. Nichts ist umsonst! Leckerchen zwischendurch  gibt es nur als Belohnung für gehorsames Verhalten.  - Er leitet die Mehrzahl der Initiativen ein, ohne die Initiativen des  Hundes zu unterdrücken und ihn ständig zu gängeln. Agieren heißt  Führung, Status demonstrieren und auch behaupten.  - Er stellt sich der "Gefahr ", übernimmt die Verantwortung, wenn der  Hund vor etwas Unbekanntem erschrickt und geht mit ihm gemeinsam  dort hin um das "unheimliche" Ding zu untersuchen. Geben Sie Ihrem  Hund niemals das Gefühl, dass Sie nicht weiter wissen. Die  Entscheidungsgewalt liegt beim Ranghöheren.  - Er bestimmt über Zeit und Tempo des Auslaufs, lässt dem Hund in einem  begrenzten Umkreis aber auch Bewegungsfreiheit. Ziehen an der Leine  durch Stehen bleiben ignorieren. Der Gernegroß muss auf den  Hundeführer achten, nicht umgekehrt. Wird der Hund von der Leine  gelassen, erst ein "Sitz" verlangen, bevor man ihm die Erlaubnis zum  "losdüsen" gibt.  - Er führt den Hund, leitet ihn an, zeigt ihm Fertigkeiten (Erziehung,  Ausbildung, Sport, Tricks; auch während des Auslaufs). Der Rudelführer  ist interessant und kompetent. Es lohnt sich, ihm nachzueifern.  - Er beginnt und/oder beendet soziale Interaktion, bestimmt Zeit und Ort  von direktem Körperkontakt und Spiel. Der Rudelführer lässt sich bei  seiner Rückkehr zum Familienrudel hoheitsvoll durch Schnauzenstöße  begrüßen, ignoriert allzu aufdringliche "Liebesbeweise" und bestimmt  selbst den Zeitpunkt der Kontaktaufnahme. Seien Sie nicht jederzeit frei  für Ihren Hund verfügbar. Machen Sie sich rar.  - Er darf den Hund anfassen, bürsten und belästigen wann und wo er will,  auch wenn der Hund das "nicht mag". Zähne, Augen, Ohren und Pfoten  sollten regelmäßig "untersucht" werden. Der Hund darf sich bei der  Fellpflege nicht entziehen oder wehren. Wer die Führung hat, kann sich  anderen Rudelmitgliedern jederzeit körperlich aufdrängen.  Aber Vorsicht: Durch ruckartiges Entwirren von Fellverfilzungen  verbinden Hunde die Fellpflege oft mit Schmerz. Um das zu vermeiden,  sollte man den Hund zunächst streicheln und an unempfindlichen Stellen  bürsten  ... dazu noch ein Tipp: Man sollte vom Hund ab und zu ein "Platz"  fordern, bei dem er sich auch auf die Seite oder den Rücken dreht.  Dabei darf der Hund allerdings nicht vorzeitig aufstehen und wird  notfalls sanft aber bestimmt heruntergedrückt. Dann kann man ihm  zärtlich (nicht nur) seinen Bauch kraulen, bis er sich völlig entspannt  und vor Wonne die Augen schließt. So schön kann vertrauensvolle  "Unterwerfung" sein!  - Er bestimmt über das Lieblingsspielzeug des Hundes sowie Anfang und  Ende des Spiels. Besitz ist ein Symbol für Macht. Das Spiel mit einem  klaren Wort, z.B. "Schluss" beenden - und sich auch daran halten.  - Er geht als Erster durch Türen und enge Durchgänge. Den Hund evtl.  vor dem Passieren absitzen lassen. Liegt der Hund im Weg, einfach  "durch den Hund hindurchgehen" so dass er weichen muss.
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  Wenn der Hund das Regiment übernimmt

  Die Hunde haben ihr Verhalten in den Jahrtausenden unseres  Zusammenlebens hervorragend an uns Menschen angepasst und gelernt,  uns zu beeinflussen. Sie sind wahre Meister in der "Erschleichung" von  Privilegien und unserer Sympathie.  Und das sieht dann manchmal so aus: ;-))1. Der Hund darf nicht ins Haus.  2. OK, der Hund darf ins Haus, aber nur in bestimmte Räume.  3. Der Hund darf in alle Räume, aber nicht auf die Möbel.  4. Der Hund darf nur auf alte Möbel.  5. Also gut, der Hund darf auf alle Möbel, aber nicht mit ins Bett.  6. OK, der Hund darf ins Bett, aber nur manchmal.  7. Der Hund kann im Bett schlafen, wann immer er möchte, aber  nicht unter der Decke.  8. Der Hund darf nur manchmal unter der Decke schlafen.  9. Der Hund kann jede Nacht unter der Decke schlafen.  10. Menschen müssen um Erlaubnis bitten, wenn sie mit dem Hund  unter der Decke schlafen möchten.Doch Spaß beiseite ...  Auf zudringliche Beschwichtigungsgesten wie Schnauzenstoß oder  Pfötchengeben würde ein Alpha-Wolf mit Hochmut und Ignoranz reagieren.  Wir Menschen dagegen lassen uns von unseren Hunden nur allzu gerne zum  Schmusen animieren. Nun lässt sich gewiss nichts gegen die Liebe zum  Hund einwenden, aber gerade Hundefreunde, die den Hund ständig mit  Liebesbeweisen überschütten und ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen,  haben besonders oft Dominanzprobleme. Dem Hund werden nur halbherzig  Grenzen gesetzt. Erziehung wird hier oft gleichgesetzt mit Entzug von  Freiheit oder Nichtanerkennen der Bedürfnisse des Hundes - und das will  man ihm natürlich nicht antun. Aber anders als in so mancher menschlichen  Hierarchie ist der Rang bei Hunden nicht mit einer Wertung verbunden.  Rangeinordnung ist für den Hund kein Abstieg auf der Karriereleiter,  sondern ein Zugewinn an sozialer Sicherheit. Denn auf den "hinteren  Plätzen" lässt es sich bequem Hund sein, dort ist man nicht für das Rudel  verantwortlich, sondern lebt das relativ stressfreie Leben eines einfachen  Mitläufers. Bei Unklarheiten im hierarchischen Familiensystem können  dagegen Angstprobleme die Folge sein, denn ein Hund ist in unserer  künstlichen Umwelt überfordert, wenn er die Rolle des Rudelführers  übernehmen muss. - Hund kann er nicht sein und Mensch kann er nicht  werden.

  Einige Mißverständnisse

  Leider gibt es bei so komplexen Verhaltensweisen wie der Sozialstruktur  keine eindeutigen Statussymbole, an denen man die Rangordnung zwischen  Mensch und Hund einfach ablesen könnte - so nach dem Motto: "Wer geht  als Erster durch die Tür?". Auch wenn der Hund uns zum Spielen oder  Schmusen auffordert, sich neben uns auf der Couch räkelt oder Menschen bei  der Begrüßung anspringt, haben wir noch kein generelles Dominanzproblem  - so lange er auf unsere Zurückweisung nicht mit Protest reagiert. Und  ein Hund der ständig an der Leine zieht, weil wir ihm zu langsam sind, ist  nichtdominant, sondern einfach nur schlecht erzogen. Punkt! Genauso  ist ständiger Zwang, bei dem verlangt wird, dass der Hund immer  hinter seinem Herrn gehen muss, völlig überzogen und findet im Wolfsrudel  auch keine Entsprechung. Der Hund muss auch Hund sein dürfen und  rennen, toben, springen, schnüffeln, buddeln und Neues entdecken.  Auch wenn ein Hund gegenüber seinem Herrn einen besonders guten  Knochen verteidigt, so zeugt das nicht gleich von fehlendem Respekt. Wer  etwas Wertvolles zu verteidigen hat, kann schon mal aggressiv werden. Das  ist ganz normales Hunde/Wolfsverhalten. Im Wolfsrudel stiehlt jeder jedem  Futter. Rangniedrige Tiere verteidigen ihre Beute auch gegen hochrangige  Konkurrenten, die es dem Eigentümer dann oft überlassen. Leitwölfe bestehen  nicht zu jeder Zeit auf Kontrolle aller Ressourcen. Es gibt bei ihnen keinen  Dominanzanspruch "aus Prinzip". Niederrangige Tiere haben das Recht zum  Protest. Ist ein ranghoher Wolf satt, warum soll er dann wegen eines  "blöden" Knochens mit einem rangniedrigen Tier streiten?? Nur bei  Futterknappheit würde er auf seinem Vorrecht bestehen. - Aber eine  Menschenfamilie ist kein Wolfsrudel. Aus Sicherheitsgründen ist es im  menschlichen Familienrudel natürlich trotzdem sinnvoll, dem Hund  beizubringen, dass er z.B. Kindern nichts stehlen darf und selbst alles  abgeben muss. Das gehört zu einer guten Erziehung.  Doch wie soll man reagieren, wenn der Hund erste Futteraggression zeigt?  Unbedingt vermeiden sollte man in dieser Situation eine körperliche  Drohhaltung, bei der man den Körper zum Hund beugt oder ihn fixiert, denn  das könnte der Hund als Provokation auffassen, was seine Aggression  verstärkt. Man sollte sich auch auf keinen Fall zu irgendwelchen Rangeleien  und Machtproben hinreißen lassen. Dabei zieht der Mensch meist den  Kürzeren, und wenn der Hund die Angst riecht oder merkt, dass er damit  durchkommt, haben Sie Ihre Autorität verloren. Am besten zeigt man sich  erst einmal unbeeindruckt, quittiert das Verhalten des Hundes mit  Verachtung und lässt sich nicht provozieren. Der Rudelführer hat es nicht  nötig, sich mit einem Untergebenen "wegen dem bisschen Futter" anzulegen.  Möglichst bald danach verlangt man vom Hund dann eine Gehorsamsübung,  um seinen Respekt zu fordern. In der nächsten Zeit sollte man dem Hund  vorbeugend keine Knochen, Ochsenziemer o.ä. mehr geben. Und dann steht  natürlich je nach Problemlage ein "Aus-Training" oder etwas Ähnliches auf  dem Programm. Eventuell sollte der Hund nur noch aus der Hand gefüttert  oder der Fressplatz verlegt werden. Man sollte nirgendwo Fressbares liegen  lassen, Reste sofort wegräumen und eventuell die Futtervorräte und  Leckereien woanders lagern. Auch die oben gegebenen Rangordnungs-Tips  zum Thema Futter und Küche sollten strengstens beachtet werden. Wenn die  Situation allerdings bereits eskaliert, sollte man schnellstens Rat bei einem  fachkundigen Verhaltenstherapeuten suchen. 

Die Rangordnungsdebatte - Denken wie "König" Hund

  Wie heißt es doch so schön: Wehret den Anfängen! Versuchen Sie einen  Blick dafür zu bekommen, ob und wie Ihr Hund Sie dominiert, damit Sie dem  entgegenwirken können. Wer Macho-Gehabe bereits beim Junghund erkennt  und in die richtigen Bahnen leitet, hat später einen angenehmen  Hausgenossen, der voll Selbstbewusstsein mit seiner geliebten Familie durch  dick und dünn geht.  Es gibt kein Patentrezept für die Rangeinordnung. Hunde sind sehr  unterschiedlich veranlagt. Für viele Hunde hat ihre Stellung in der Familie  keine große Bedeutung. Sie wollen einfach nur dabei sein und gehen den  Weg des geringsten Widerstandes. Manche dieser Hunde brauchen überhaupt  keine ausdrückliche Einordnung. Nicht jeder Hund nutzt die ihm  eingeräumten Privilegien aus. Und manchen Hunden sind einzelne  Privilegien/Ressourcen nur zu bestimmten Zeiten oder nur in bestimmten  Situationen wichtig. Aber es gibt auch Hunde, die wie die Belgier  zielgerichtet nach Dominanz streben und die Grenzen des Erlaubten ganz  bewusst immer wieder austesten. Da diesen Hunden deutlich klare Grenzen  aufgezeigt werden müssen, brauchen sie generell eine strengere Einengung  ihrer Aktivitäten. Jedes Mensch-Hund-Rudel muss seinen eigenen Weg finden.

  Einzelne Dominanzgesten bedeuten noch keine Palastrevolution. 

Schwierig wird es erst, wenn der Hund häufiger als Forderer auftritt   und auch versucht, sich durchzusetzen.

  Ein Hund, der Sie nicht respektiert, kann ein ganz lieber Hund sein - solange  Sie nichts von ihm wollen, was ihm nicht passt. Doch dann kann es passieren,  dass ein bis dahin lieber Hund Ihnen plötzlich die Zähne zeigt. Aber wenn  der Hund sich gegen uns auflehnt und uns anknurrt, die Lefzen hochzieht  oder sogar schnappt, dann passiert das nicht aus heiterem Himmel auf  einmal so ganz plötzlich und völlig unerklärlich. Auch wenn der Hund die  meiste Zeit liebenswert und fröhlich ist, so hat er vorher doch schon viele  subtile Signale gegeben. Leider werden diese ersten Anzeichen einer  "Rangordnungsdebatte" oft nicht richtig interpretiert oder als alberne  Marotten des Hundes belächelt und hingenommen. Doch spätestens jetzt ist  Umdenken angesagt, denn der Mensch hat sich als Rudelführer bereits "den  Rang ablaufen lassen". Meist benimmt der Hund sich einfach nur  aufdringlich. Dabei zeigt er einige typische Verhaltensweisen, die uns  Menschen völlig unverfänglich erscheinen, die für den Hund aber eine große  Bedeutung haben. Langsam, Schritt für Schritt tastet er sich auf der  Stufenleiter nach oben. Es werden Statussymbole gesammelt und ausgebaut,  wie z.B. die Belagerung von Opas Lieblingssessel und den letzten Bissen vom  Essen zu bekommen.

Der Schlüssel zur Rudelführerschaft ist das Einleiten  von Aktivitäten.

 Daher müssen wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf  Verhaltensweisen richten, in denen der Hund als Initiator von Forderungen  auftritt. 
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  Wie der Hund seine "Beförderung" beantragt

  Erste Alarmzeichen einer sich anbahnenden Rangordnungsdebatte

  Der Hund "diktiert" die Regeln.

 
Er agiert und trifft Entscheidungen,  die ihm nicht zustehen.  Sein "Herr" gehorcht. Er reagiert nur noch auf die dominanten Verhaltensweisen seines Hundes:- Der Hund fordert von seinem "Portier" sofortiges Hinauslassen, indem er  an Türen bellt oder kratzt;  - er fordert Futter pünktlich auf die Minute oder außerhalb der  Fütterungszeiten;  - er kommt zu ihm genehmen Zeiten mit Spielzeug und ist so lange lästig,  bis jemand mit ihm spielt;  - er ist beim Spiel grob und hemmungslos, zeigt mangelnden Respekt durch  Anstarren, Drüberstehen oder Aufreiten;  - er zeigt aufmerksamkeitsheischendes Verhalten, wenn der Besitzer  telefoniert oder sich mit Besuch unterhält;  - er nimmt Besucher lautstark in Empfang, "prüft" sie, ist kaum zu  beruhigen, springt den Gast an und verlangt Zuwendung;  - er fordert durch Schnauzenstubsen, Pfötchengeben oder Winseln zum  Streicheln auf und geht, wenn er genug hat;  - er legt den Kopf oder die Pfoten auf den Schoß des Halters um ihm  Aufmerksamkeit abzuverlangen;  - er legt den Kopf auf die Füße des Besitzers (so kann er entspannt schlafen  und seinen Halter trotzdem kontrollieren);  - er legt seine Pfoten auf dessen Schultern;  - er drängelt, lehnt sich an seinen Menschen an, drängt ihn nach und nach  zur Seite;  - er versucht, auf Menschen aufzureiten (Gegenmittel: im Schulterbereich  herunterdrücken);  - er ist unsauber/markiert am Bein des Menschen oder innerhalb der  Wohnung, z.B. an seinem Fress- oder Liegeplatz;  - er meldet Besitzansprüche an: am Futternapf, in der Küche, am  Abfalleimer, am Spielzeug oder an Jacken mit Leckerlis;  - er verteidigt seinen "Thron": seinen Platz neben Frauchen oder auf  dessen Schoß/Arm, Liegedecke, Sessel, Bett, Auto;  - er verteidigt strategisch wichtige Plätze: Hauseingang, Balkon, Terrasse,  indem er die Lefzen hochzieht, knurrt oder bellt;  - er liegt in engen Durchgängen, schränkt die Bewegungsfreiheit des  Menschen durch Querstellen oder -liegen deutlich ein;  - er drängelt sich an Türen und Treppen vor;  - er wird an der Leine zur Furie, bellt und tobt, obwohl er sonst  friedlich ist;  - er reagiert auf Hörzeichen erst nach mehrmaliger Aufforderung  (das ist aber auch eine Frage der Erziehung).Dieser "Stellungskampf" ist völlig gewaltfrei. Der Hund zeigt in keiner  Situation Aggressionen gegenüber seinem Besitzer, allenfalls Drohverhalten.  Mehr braucht der Hund ja auch nicht zu tun, denn sein "Herr" verhält sich  auch so wunschgemäß. Aber diese z.T. "liebenswerten Macken" sind bereits  der Anfang einer Karriere als Problemhund. Irgendwann bleibt es nicht  mehr bei diesen Frechheiten. Diese stille Dominanz ist oft die Vorstufe zu  sichtbar aggressivem Verhalten, denn wenn der Hund den Verlust einer  Ressource befürchtet, die ihm wichtig ist, wird er zu stärkeren Mitteln  greifen, um sie zu bewahren. Und er wird versuchen, seinen "Machtbereich"  immer weiter auszudehnen. Irgendwann, meist im Alter von etwa 4 Jahren,  drehen diese schlecht geführten dominanten Hunde, meist Rüden, dann ganz  und gar durch und wagen den Umsturz. Dominante Hunde sind vor allem  gegenüber Familienmitgliedern aggressiv. Rund 70% der Beißunfälle  passieren im häuslichen Umfeld, oft sind Kinder die Opfer und oft ist eine  instabile Rangordnung die Ursache!  Auf einige der dominanten Verhaltensweisen des Hundes kann man mit  Gegenkonditionierung reagieren (z.B. "Platz", wenn er Besucher belästigt),  und gleichzeitig auch seine Bewegungsfreiheit einschränken ("bleib"). Oder  man schlägt den dominanten Hund mit seinen eigenen Waffen und reagiert  auf das schlechte Benehmen des Hundes, indem man ihm genau das entzieht,  was er mit seinem Verhalten oft erreichen will: die Aufmerksamkeit seines  Menschen. Bei dieser " stillen Dominanzausübung" wird der Hund für kurze  Zeit völlig ignoriert (nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht anschauen, evtl.  Kopf oder Körper wegdrehen oder sogar weggehen). Anspringen kann man  z.B. ignorieren, indem man sich durch eine Körperdrehung einfach vom  Hund abwendet. Hat er sich beruhigt, kann man auf die Wünsche des Hundes  eingehen indem man nun selbst eine Interaktion startet: Man fordert die  Ausführung eines Befehls und erst wenn der Hund so seinen Respekt bekundet  hat, gibt man dem Hund was er wünscht (z.B. ein "Sitz" verlangen und seinen  Gehorsam mit Streicheln belohnen). Auch auf anderes Fehlverhalten des  Hundes kann man manchmal mit demonstrativem Ignorieren des Hundes oder  mit einem kurzen "Platzverweis" reagieren. Sobald er das erwünschte  Verhalten zeigt, muss er belohnt werden. So macht man sich für den Hund  zum "Nabel der Welt". Agieren und sich Ignoranz leisten zu können drückt  eine Vormachtstellung aus, bekräftigt und unterstreicht die Dominanz des  Menschen - ganz nach dem Vorbild des Wolfsrudels, in dem die Alphatiere  eine Gelassenheit ausstrahlen, die schon fast an abweisenden Gleichmut  grenzt. 

Ausnahmen bestätigen die Regel - Rangeinordnung mit Maß

  Solange die führende Rolle des Menschen unumstritten ist, kann man aber  ruhig auch einmal gegen diese Regeln verstoßen. Bei der Erziehung und  Ausbildung ist Konsequenz gefordert, aber im sozialen Miteinander kann  man die Zügel auch mal locker lassen. Auch im Wolfsrudel verkommt die  Demonstration von Dominanz nicht zum Selbstzweck. Ich erlaube meinem  Hund z.B. durchaus, sich abends neben mich auf die Couch zu legen  und gehe dann auch auf ihre Spiel- oder Schmuseaufforderungen gerne ein.  Ich genieße diese innigen Momente, in denen sie mir ihre Zuneigung zeigt,  ganz besonders. Aber ich achte auch darauf, dass mein "Schmusewart" ab  und zu auf mein Verlangen sofort und ohne jeden Widerspruch bereit ist, auf  diese Privilegien zu verzichten. Sie darf keinen Anspruch darauf anmelden.  Anfangs versuchte Bonny auch mal, sich "einfach so" auf meinen Platz zu  legen. Da genügte ein scharfer Blick und sie räumte meinen "Chefsessel"  sofort. Seitdem hat sie es nie wieder versucht. Solange das  Mensch-Hund-Verhältnis harmonisch ist, sind einzelne Privilegien kein  Problem. Es gibt genug andere Möglichkeiten, im Rahmen der Erziehung die  Rangordnung zu festigen. 
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  Kluge Sprüche 
 

 "Solange der Mensch denkt:  Hunde können nicht fühlen -
  solange müssen Hunde fühlen,  dass der Mensch nicht denkt"
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 Wenn du mit den Tieren sprichst,  werden sie mit dir sprechen,
  und ihr werdet euch kennenlernen. 
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,  dann werdet ihr euch nie kennenlernen. 
Was du nicht kennst, wirst du fürchten. 
Was du fürchtest, zerstörst du.   
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“Wachsen lassen, nicht besitzen!  Beschützen, nicht beherrschen!
  Führen, nicht ausnützen:  Das ist das Geheimnis wahrer Macht."
  Laotse 
~*~
 
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