Diese Seiten über den belgischen Schäferhund enthalten viele interessante,
 nützliche und wissenswerte Dinge,
 die sich jeder Welpenkäufer v o r dem Entschluß, einen Belgier zu sich zu nehmen,
 vor Augen führen sollte.

 Die aufliegende Seite, mit Ausnahme von “ Herkunft/ Standard ”,
sowie die folgende Seite “ Allgemeine Infos über Hunde “
stammen maßgeblich von
Frau Ursula Schneider 
Für unsere Belgier wurden die Seiten nachbearbeitet von
Frau Hallmann, Tervuerenzwinger vom hohen Asgard,
Beide Seiten sind mir freundlicherweise mit ausdrücklicher Genehmigung
zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt worden.

Vielen Dank noch einmal  dafür!
 

Gedanken bevor...

Ernährung

der Belgier

Bewegung/ Beschäftigung

Haltung

Erziehung

Pflege

Ausbildung

Gesundheit

Herkunft/ Standard

wer noch mehr wissen will: weitere allgemeine Infos über Hunde

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  Gedanken bevor ...

  So wundervoll es auch sein mag, die Entwicklung eines Welpen mitzuerleben,  so wundervoll es auch sein mag, ein solches Wollknäuel sein Eigen nennen zu  können, so grauenvoll kann das Leben für einen Hund sein, ging einem  Welpenkauf nicht eine reifliche Überlegung voraus:

 
Sind Sie sich ganz sicher und haben Sie sich das genau überlegt?
  Die Entscheidung für ein Tier darf nie aus dem Bauch heraus gefällt werden.  Sie übernehmen die Verantwortung für das Wohlergehen eines Lebewesens,  das von Ihnen voll und ganz abhängig ist. Sind Sie sich bewusst, was das  bedeutet? Sind Sie sich bewusst, dass Sie zum Lebensmittelpunkt Ihres Tieres  werden und dass Sie ihm viel Zeit und Zuwendung schulden? 

Ist Ihnen klar, wie viel Arbeit ein Tier macht?
  Das einzige Tier, das garantiert völlig pflegeleicht ist und niemals für  Unordnung sorgt, ist ein Stofftier! Ein lebendes Wesen wird immer auch mal  etwas kaputt oder schmutzig machen. Sind Sie bereit, ein Häufchen auf dem  Teppich oder Erbrochenes mit gelassener Ruhe zu entfernen, über zerbissene  Schuhe oder zerkratzte Tapeten hinwegzusehen oder die Haare auf dem Sofa  zu ertragen? Ein Tier bleibt immer ein Tier und kann sich nicht gegen seine  Natur an Ihre Vorstellungen anpassen. Die Dame, die eine Katze zurück ins  Tierheim brachte, weil die Katze ihr nicht "gehorchte" und doch tatsächlich  so "unverschämt" war, immer wieder auf Sofa und Sessel zu springen, hätte  sich besser ein Plüschtier angeschafft. Sie müssen sich an die Eigenarten  Ihres Tieres anpassen, nicht umgekehrt. Wenn Sie dazu nicht bereit sind,  bitte verzichten Sie auf ein Tier. Und um böse Überraschungen zu  vermeiden, erkundigen Sie sich bitte VOR der Anschaffung eines Tieres, was  auf Sie zukommen wird. Wir als verantwortungsvolle Züchter werden Ihnen  all Ihre Fragen beantworten. Auch gibt es Bücher mit den wichtigsten  Informationen über Hunde. Diese kosten z.B. nicht mal 15 € - ein winziger  Bruchteil dessen, was ohnehin an Kosten auf Sie zukommen wird, wenn Sie  sich für ein Tier entscheiden. 

Ist Ihnen klar, wie viel Kosten ein Tier verursacht?
  Haben Sie schon einmal durchgerechnet, was es im Monat an Futter benötigt,  oder an Zubehör wie Leine und Körbchen, Decken und Spielzeug? Wissen  Sie, dass ein Tierarztbesuch durchschnittlich zwischen 30 und 100 € kostet?  Wissen Sie auch, dass Sie Ihrem Tier trotzdem einen regelmäßigen  Tierarztbesuch, zur Vorbeugung (z.B. Impfungen, Entwurmungen, Floh- und  Zeckenbefall) und erst recht natürlich bei Krankheit, schuldig sind? 
 
Ist Ihnen bewusst, wie alt ein Tier werden kann?
  Ist Ihnen bewusst, dass ein Hund über 15 Jahre alt werden kann und dass das  Tier während der letzten Lebensjahre ganz besonders viel Zuneigung und  unter Umständen auch teure Tierarztbesuche benötigt? Wenn Sie nicht bereit  sind, ein Tier mit allen Konsequenzen bis zur letzten Minute seines Lebens zu  begleiten, dann bitte seien Sie so fair und verzichten Sie darauf, zum  Lebensmittelpunkt eines hilflosen Tieres zu werden. 
 
Was geschieht mit dem Tier, wenn Sie verreisen möchten?
  Als einmal eine Familie, die ihren Hund auf dem Weg in den Urlaub aus dem  fahrenden Wagen warf, von Tierschützern angehalten und zur Rede gestellt  wurde, sagte der Familienvater verständnislos: "Was wollen Sie denn, wir  haben uns das ganze Jahr auf den Urlaub gefreut und den Hund können wir  nun mal nicht mitnehmen. Wir sind aber sehr tierliebe Menschen, wir werden  aus Spanien wieder einen Welpen mitbringen." Wenn Sie niemanden finden,  der für Ihr Tier während Ihres Urlaubs sorgt, würden Sie dann lieber auf den  Urlaub verzichten als auf Ihr Tier? 

Was geschieht mit dem Tier bei einem Wohnungswechsel?
  Es gibt wohl kaum eine armseligere Begründung, ein Tier, das Sie über alles  liebt und Ihnen vertraut, wegzugeben, als die Worte: "Wir ziehen um und in  der neuen Wohnung sind Haustiere nicht erwünscht." Würden Sie auch Ihre  Kinder in ein Heim geben, weil in der neuen Wohnung keine Kinder  erwünscht sind? Wenn Ihnen nun der Satz auf der Zunge liegt, dass das doch  wohl etwas völlig anderes wäre, dann bitte, seien Sie so fair und verzichten  Sie auf ein eigenes Haustier.  Wenn Sie alle diese Fragen bedenkenlos abhaken können, steht dem Einzug  des neuen vierbeinigen Mitbewohners nichts mehr im Wege.
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  Der Belgier

  Der Belgische Schäferhund ist ein eleganter, mittelgroßer Hund von sehr  edler Erscheinung. Sein freundliches, lebhaftes Wesen läßt ihn zu einem  idealen Familienhund werden, seine Intelligenz und Sensibilität  prädestinieren ihn zum guten Gebrauchshund. Seine Arbeitsfreudigkeit  kann man auf vielen Agility-Turnieren beobachten, außerdem wird der  Belgier verstärkt im Polizei-, Lawinen- und Rettungsdienst eingesetzt.  In Deutschland ist der Belgische Schäferhund trotz seiner vielen Vorzüge  noch recht unbekannt, obwohl diese Rasse schon seit über 100 Jahren  besteht.
  Die Varietäten:
Groenendael langhaarig und schwarz
Tervueren langhaarig, mahagonifarben bis beige und grau,  mit schwarzer Maske und Charbonnage  (schwarze Haarspitzen)
Malinois  kurzhaarig, wildfarben mit schwarzer Maske  und Charbonnage
Laekenois rauhaarig, wildfarben mit Spuren von Charbonnage
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  Haltung

  Alle vier Varietäten zeichnen sich aus durch imposante Erscheinung und  kraftvolle Eleganz. Aufgrund seines quadratischen Körperbaues ist der  Belgische Schäferhund sehr flink, wendig und von großer Ausdauer. Er ist  ein vortrefflicher Springer, reagiert blitzschnell und bewegt sich  außerordentlich behende. Von unermüdlichem Temperament ist der Belgier  auch im hohen Alter noch agil und lustig.  Der Belgische Schäferhund ist ein sehr sensibles und intelligentes Tier, das  sich dem Menschen eng anschließt. Es ist für ihn wichtig, voll in die  Familie integriert zu werden und eignet sich nicht für die Zwingerhaltung. 
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  Pflege

  Der Belgische Schäferhund stellt, die Pflege betreffend, keinerlei Ansprüche.  Lediglich zu Zeiten des Haarwechsels (ca. 2 x im Jahr) sollte man zu Kamm  und Bürste greifen, um den Hund den Fellwechsel zu erleichtern. Baden mit  Shampoo oder Seife ist ohnehin überflüssig, da der Belgier keinen  Eigengeruch hat. Man sollte ihm jedoch die Gelegenheit zum Schwimmen  geben, denn viele, aber nicht alle Belgier lieben Wasser sehr. 
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  Gesundheit

  Der Belgische Schäferhund ist eine sehr robuste und gesunde Rasse. Da er zu  keiner Zeit Modehund war und seine Zucht fast ausschließlich in den Händen  von Liebhabern lag, ist er auch noch nicht überzüchtet. 
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  Ernährung

  Unsere Welpen werden bei uns im Haus an die gängigen Futtermittel  gewöhnt. Außerdem lernen sie Haferflocken, Reis, Kartoffeln (nur gekocht,  niemals roh!), gekochtes Huhn (selbstverständlich ohne Knochen!) und Pute,  verschiedene Gemüse und kernloses Obst kennen.  Wenigstens bis zum Alter von 12, besser noch 18 Monaten sollte der Welpe  handelsübliches Futter ohne irgendwelche Zusatzstoffe bekommen. Das  Welpenfutter ist auf die Bedürfnisse eines heranwachsenden Hundes  abgestimmt. Zusätzliche Gaben von beispielsweise Kalzium können eher  negative Folgen haben.
Also: Ihrem Hund zuliebe – bei Fertigfutter keine Zusätze wie  Futterkalk u.ä.
  Verfüttern Sie auch niemals Schweinefleisch! Schweinefleisch kann einen  Virus, den Aujetzki-Virus, enthalten, der für den Menschen völlig  ungefährlich ist, bei Hund und Katze aber zum Tode führen kann. Dieser  Virus kann auch sehr hohe Temperaturen gut vertragen, wird daher beim  Kochen oder Braten von Fleisch nicht abgetötet.  Achten Sie auch darauf, dass der Welpe nicht zu schnell wächst. Die  Endgröße lässt sich durch Futter ohnehin nicht beeinflussen, da sie  genetisch vorgegeben ist. Beeinflussen können Sie aber, wann Ihr Hund  ausgewachsen ist. Ein Welpe, der zuviel Futter bekommt, wird nicht gleich  fett, sondern wächst erst einmal zu stark. Die Gelenke und Bänder sind aber  noch nicht soweit gefestigt, daß sie das Gewicht tragen bzw. halten können.  Bleibende Schäden an Skelett und Gelenken können die Folge sein. Auch die  Entwicklung von HD (Hüftgelenkdysplasie) wird durch zu schnelles  Wachstum und Übergewicht beeinflusst. 
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  Bewegung / Beschäftigung

  "Ein Hund braucht viel Schlaf, gewiss.  Das entspricht den notwendigen Ruhepausen des jagenden Wolfes.  Aber er braucht auch stundenlange Phasen hundegerechter Aktivität,  d.h. auch rennen, suchen, hetzen, buddeln, spielen und auch mal ein  wenig drohen, imponieren und angeben gegenüber Artgenossen."
  Erik Zimen
  Auch wenn der Belgier als Hofhund im Haus ruhig ist und das Faulenzen  zu genießen scheint, so ist er draußen doch äußerst bewegungsfreudig,  ungestüm und unternehmungslustig. Er hat unglaublich viel Energie und  man sollte sich schon vor der Anschaffung einige Gedanken über seine  Freizeitgestaltung und die Ziele machen, die man mit dem  temperamentvollen Hund verknüpft. Ist man wirklich bereit, auf viele  Jahre hinaus täglich etwas mit dem Hund zu unternehmen (und vor allem  auch bei Kälte, Sturm und strömendem Regen - Belgier laufen gerade bei  schlechtem Wetter zur Höchstform auf)?? Nicht umsonst heißt es "drum  prüfe, wer sich ewig bindet“ ;-) .  Viele interessante Beschäftigungsmöglichkeiten muss man ihm schon bieten.  Es gibt nichts Schlimmeres als einen gelangweilten Belgier. Der Belgier  braucht Abwechslung, Beschäftigung und viel, viel Bewegung. SEHR VIEL  BEWEGUNG!!!  Ihn einfach nur im Garten laufen zu lassen, ist für einen so  unternehmungslustigen und menschenbezogenen Hund viel zu wenig. Die  Größe der Wohnung oder des Grundstücks spielt beim Belgier kaum eine  Rolle, sondern vor allem die Zeit, die der Halter für seinen Hund erübrigen  kann und will. Ein Belgier ist kein Hund für bequeme Menschen, die ein  pflegeleichtes Statussymbol suchen, das man so nebenbei hält. Der Belgier  fordert seinen Menschen. Jeden Tag aufs neue... Er ist auch im Alter noch  sehr verspielt und verlangt auch dann noch viel Aufmerksamkeit und  Beschäftigung, um ein ausgeglichener und glücklicher Hund zu sein. Er ist  kein Hund, den man sich selbst überlassen kann. Er ist zu intelligent und  einfallsreich, um allein gelassen zu verblöden. Ein arbeitsloser Belgier ist  ein "armer Hund". Er entwickelt viel Phantasie, um sich die Zeit zu  vertreiben. Dann wird er zu einem schwierigen Hund, der Terror macht,  Schuhe und Zeitungen in kleinste Teilchen zerreißt (er versucht mit Hilfe  vielfältiger Möglichkeiten seinem Schicksal zu entfliehen und seine  überschüssigen Energien loszuwerden!). Jeder hat den Hund, den er  verdient!  So kann man mit seinem Hund z.B. erlebnisreiche Spaziergänge  unternehmen und aus einem langweiligen Gassi einen abwechslungsreichen  "Jagdausflug" machen. Falls der Hund während des Spaziergangs dazu neigt  sich zu verselbständigen, kann man mit lustvoller Action vielleicht sogar  diesen "Ausflügen" vorbeugen. Aber Achtung: im Wald immer auf den  Wegen bleiben und die Action auch nicht übertreiben. Unser Wegbegleiter  muss auch in Ruhe die Hundezeitung lesen und eigene Beiträge "schreiben"  können.  - Animieren Sie den Hund zu Geschicklichkeitsspielen: gemeinsam mit dem  Hund klettern oder balancieren, ihn über Hindernisse springen lassen  (Gräben, Bäche, niedere Mauern, Zäune, Baumstämme usw.). Vielleicht  kann man sogar aus herumliegendem Holz eine Wippe bauen.  - Lassen Sie den Hund durch Röhren laufen oder unter einem Hindernis  durchkriechen.  - Versteckspiele: der Hundeführer oder ein anderes Familienmitglied  versteckt sich hinter einem Baum oder Busch.  - Suchspiele: ein Leckerchen fallen lassen und so tun, als habe man es  gerade entdeckt; Spielzeug "verlieren" und den Hund nach einigen  Metern zurückschicken; getrockneten Pansen in hohes Gras werfen oder  unter Laub verstecken.  - Laufspiele, dabei den Hund zum Mitlaufen animieren: Spurts, Haken  schlagen, Tempo verändern, plötzlich erstarren,  eventuell dabei den Spieler werfen und tragen lassen, oder  Gehorsamsübungen einflechten (Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung).  - Fangen-Spiel: um ein Hindernis herum (z.B. parkende Autos) jagen und  gejagt werden.  - Werfspiele mit unterschiedlichem Spielzeug (einer "Beute" hinterher jagen  und dem zweibeinigen Partner zurückbringen):  mal den Schleuderball oder Kong, dann den Ball (auch gegen Wände  oder andere Hindernisse werfen),  Ringe rollen lassen (Mäusejagd), asymmetrischer Ball, Ei (Hasenjagd),  Hundefrisbee (Vogeljagd).  Ab und zu auch den Gehorsam trainieren: beim Ballspiel, oder wenn der  Hund sich gerade mal wieder selbständig macht.  - Apportierspiele: z.B. den Hund ablegen, weggehen, Spieler ablegen/ins  Gebüsch werfen, weitergehen, apportieren lassen;  oder den Hund auf halben Wege Platz machen lassen; - unterschiedliche  Gegenstände verwenden.  - Zerrspiele mit Beißwurst, Lappen, Schleuderball oder Kong (die "Beute"  mit vereinten Kräften überwältigen).  - Beenden kann man die gemeinsame "Jagd", indem man einen Futterbeutel  versteckt und den Hund suchen lässt (evtl. Hilfestellung geben). Wenn der  Hund dann stolz die Ersatzbeute bringt und seine Augen dabei leuchten,  verstärkt sich auch das Band gegenseitigen Vertrauens. Anschließend  krönt man die erfolgreiche Jagd, indem man den Hund absitzen lässt,  aus dem Beutel füttert und ihm so seinen verdienten Anteil an der Beute  zuteilt.  Auf diese Weise kann der Hund seine Jagdlust abreagieren; und das Schöne  dabei: ohne seinen Meister geht es nicht. Es lohnt sich also, immer Kontakt  zu ihm zu halten. Auch so kann man dem Hund vollkommen zwanglos die  menschliche Vormachtstellung als Rudelführer deutlich machen. Motto: Der  Mensch leitet den Hund zur Lösung kleinerer und größerer Aufgaben an,  fast so wie das Leittier des Rudels sein Pack zur erfolgreichen Jagd führt.  Besonders durch diese gemeinsamen Erlebnisse verdient man sich in den  Augen des Hundes wirklich seine Gefolgschaftstreue. Und ganz nebenbei  erspart ein solcher "Jagdausflug" dem Hundeführer das Fitneßstudio. ;-)  Viele Belgier stehen, wie Bonny, nach absolviertem  "Unterhaltungsprogramm" gleich wieder vor ihrem "Animateur" und  scheinen mit einem unternehmungslustigen Funkeln in den Augen zu fragen:  "Und was kommt jetzt"? Sagen Sie ihm dann: "Jetzt kommt ein klasse Spiel":  Es reicht nicht, nur die Beine des Hundes zu beschäftigen, man muss auch  den Kopf beschäftigen. Erst beides zusammen bringt Zufriedenheit – auch  für den Hundemenschen. So sorgen auch scheinbar sinnlose Kunststückchen  für die geistige Auslastung des Belgiers. Und je mehr seine Intelligenz mit  "Sinnvollem" ausgelastet ist, desto weniger Dummheiten wird er machen!  Und wieder baut man ganz nebenbei seine "Rudelstellung" aus. Schließlich  bringt man als "Alttier" seinem "Assistenten" Kniffe bei; Arbeitsteilung  lautet hier das Schlagwort. Also durchaus eine gewaltfreie Art, Autorität zugewinnen!!! Aber: Sehen Sie all diese Formen  der Beschäftigungen als freudvolle gemeinsame  Tätigkeit und setzen Sie sich nicht zum Ziel,  dass Ihr vierbeiniger Freund für eine  Vorstellung vor Publikum Dinge aufführen soll.  Da kommt nämlich sehr schnell eine  Druckkomponente ins Spiel. Ihr eigener Ehrgeiz  verstellt das eigentliche Ziel: dem Hund eine  ihn befriedigende Aufgabe zu geben und die  gegenseitige Bindung zu stärken.
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  Erziehung

  "Dem Hunde, wenn er gut erzogen,  wird selbst ein weiser Mann gewogen."  Goethe, Faust I  Erziehung und Ausbildung darf man nicht mit einander verwechseln. Die  Grunderziehung ist eine Notwendigkeit, ohne die ein reibungsloses  Zusammenleben zwischen Mensch und Hund nicht funktionieren kann. Sie  beginnt bereits am ersten Tag, wenn der Welpe ins neue Heim kommt und  sollte bei einem feinfühligen Hund wie dem Belgier zwar konsequent aber  doch behutsam, auf liebevolle, spielerische Art durchgeführt werden. Er  braucht ein unbeschwertes Junghundstadium mit viel Zuwendung. Die  strengere Ausbildung, die z.B. die Begleithundprüfung als Ziel hat, beginnt  beim Belgier dagegen frühestens erst mit 8 Monaten.  Der Belgier ist eine anspruchsvolle Hundepersönlichkeit. Er verlangt Respekt,  ist selbstbewusst, nicht unterwürfig. Kadavergehorsam ist ihm fremd. Belgier  sind ausgesprochen kluge Hunde mit einer entsprechenden Portion  Eigensinn. Sie bemerken jede Schwachstelle ihres Erziehers mit einer  unfehlbaren Sicherheit und nützen diese sofort weidlich aus. Hier ist der  Hundehalter mit all seiner Konsequenz, gepaart mit Geduld und  Einfühlungsvermögen, gefordert. Der Hund soll auf sein Verhalten hin für ihn  möglichst vorhersehbare Reaktionen erhalten. Es ist nicht wie bei uns  Menschen, wo man sich auch mal auf eine Ausnahme oder einen Kompromiss  einigen kann. Für den Hund gibt es nur 'ja' oder 'nein'. Etwas was  dazwischen liegt, kann er nicht einordnen, es verwirrt ihn. - Und wir outen  uns als reichlich unberechenbare, unzuverlässige Rudelführer.  Hundeerziehung schließt Selbsterziehung mit ein, denn ein Hund ist immer  nur so gut wie sein Hundeführer. Gerade das macht sie für Anfänger so  anstrengend. Wenn etwas schief geht und der “blöde Hund mal wieder gar  nichts kapiert”, dann liegt die Schuld bestimmt beim Zweibeiner und wir  sollten überdenken, ob der Hund überhaupt verstehen konnte, was wir daverlangt haben. Denken Sie daran, dass  der Hund auch Unausgesprochenes  "wörtlich" nimmt, d.h. Signale, die über  Körpersprache oder Geruch vermittelt  werden! Wir können unseren Hund nicht  belügen. Er liest unsere Körpersprache  wie ein offenes Buch, weiß unsere  Bewegungen und unsere Gestik zu deuten.  Er kennt unseren Körpergeruch in allen  möglichen Situationen und kann ihn  interpretieren. Er versteht kein Wort, das  wir sprechen, aber er erkennt an unserer  Stimme und an unserem Tonfall was wirwollen. Auch schlechte Manieren des Hundes liegen immer begründet im  Hundeführer. Es sollte jedem Hundebesitzer klar sein, dass eigentlich er an  sich arbeiten muss, denn der Hund verhält sich so, wie er es gelernt hat. Der  Hund ist, was der Mensch aus ihm macht!  Der Belgier ist ein ausgesprochen intelligenter Hund mit einer sehr guten  Lernfähigkeit und Lernbereitschaft. Mit Zuwendung, Leckerchen und Spiel als  Motivation ist ein Belgier gut erziehbar. Befehle sollten leise, aber bestimmt  gegeben werden, immer mit den gleichen Worten oder Gesten, und vom Hund  ohne jedes Zögern sofort beim ersten Mal befolgt werden. Der Hund muss  sich einprägen, dass die Befehle seines Herrn weder Bitten noch Appelle sind  oder der Beginn einer Verhandlung, sondern vielmehr Anweisungen, die  auf der Stelle auszuführen sind.  Der ideale Zeitpunkt den Hund zu korrigieren ist bereits, wenn er gerade erst  daran denkt, ein unerwünschtes Verhalten zu zeigen. Der Hund erlebt so  einen allwissenden Rudelchef, den man nicht austricksen kann. Auch wenn er  das unerwünschte Verhalten bereits zeigt, kann man noch eingreifen. 2  Sekunden danach ist es dagegen schon zu spät. Als Verbot reicht meist ein  scharf gesprochenes "Nein" oder "Pfui", das das Knurren ersetzen soll und  evtl. noch durch Händeklatschen verstärkt wird. Anschließend kann man in  ein drohendes Erstarren verfallen indem man die Hände in die Hüften stemmt  (sich groß macht), den Hund scharf ansieht und den Blickkontakt so lange  aufrecht erhält, bis der Hund gehorcht. So gibt man seinen Befehlen  Nachdruck und vermittelt einen hohen Sozialstatus, ohne Gewalt anwenden  zu müssen. Besonders widerborstige Lümmel kann man zurechtweisen, indem  man ihnen wortlos über die Schnauze greift. Auch ein Spritzer aus einer  kleinen Wasserpistole zeigt nachhaltige Wirkung.  Eine besonders elegante Methode zur Festigung und Absicherung der  Gehorsamsübungen sind Belohnungen aus der Situation heraus. Stichwort:  "Nichts ist umsonst". Die einfache Regel lautet: "Befolge die Befehle und du  kriegst die guten Dinge, die Hunde mögen. Befolgst du sie nicht, kriegst du  sie auch nicht." Aber Achtung: man muss von Anfang an wirklich die  Kontrolle über den Hund oder das Ziel seines Begehrens haben. Er darf sich  nicht durch Ungehorsam selbst belohnen können. Bei dieser Methode tritt der  Erzieher nicht mit den Ablenkungen und Begehrlichkeiten des Hundes in  Wettstreit sondern nutzt sie aus. Also z.B. erst ein "Sitz" verlangen, bevor der  Hund in den Garten darf. Fortgeschrittene können auch ein "Komm"  verlangen, bevor er mit anderen Hunden spielen darf. Gehorsam hat nun  nicht mehr die Bedeutung von "Spaß vorbei", sondern gehorsam zu sein wird  für den Hund attraktiv, weil er nur über den Gehorsam all' die schönen  Dinge des Hundelebens erreichen kann. Außerdem: der Mensch kann so ganz  nebenbei seinen Rang als unumstrittener Rudelführer festigen (Zauberwort:  Ressourcenkontrolle. Wer wichtige Dinge zurückhalten oder verteilen kann,  hat auch die Macht, seine Wünsche durchzusetzen). Aber auch wenn der  Belgier einmal ungehorsam sein sollte, stellt er nicht gleich unsere  Führerrolle in Frage. Die verbreitetste Ursache für Ungehorsam ist zu  geringes Training! Man beweist sich nicht als Chef, indem man seinen Hund  ausschimpft, körperlich züchtigt oder zu etwas zwingt. Zorniges und  aufbrausendes Verhalten seines Herrn signalisiert dem Hund eher  Unsicherheit als Souveränität, denn nur wessen Stuhl wackelt, hat es nötig,  sich aufzuregen.  Auf grobe und gewaltsame Behandlung reagiert der Belgier negativ. Dann  hört er auf mit seinem Menschen zu kommunizieren und stellt seine Ohren auf  Durchzug. Man sollte mit einem eigenständigen Hund wie dem Belgier eine  „Partnerbeziehung" anknüpfen und die Zusammenarbeit besonders fördern,  aufgrund derer er mit Lust und Freude seine Stellung sowie alle  Anforderungen respektiert und erfüllt. Wichtig ist es, das Vertrauen zu  schaffen und zu erhalten, das der Belgier seinem Oberchef entgegenbringen  möchte. Stimmen diese Voraussetzungen, dann belohnt der Belgier seinen  Lehrmeister mit einer einzigartigen Bindung und wird zu einem  Lebenspartner im wahrsten Sinne des Wortes.  Die beste Möglichkeit mit seinem Hund "zusammenzuwachsen" und ein Team  zu bilden, bietet der Hundesport. 
Unerwünschtes Jagdverhalten
  Auch hier heißt es wieder: Wehret den Anfängen! Den Hund vom Jagen  abzuhalten, ist sicher das schwierigste Kapitel in der Hundeerziehung. Der  Belgier gehört zur Rasse der Hütehunde, kann aber auch als Schutzhund  geeignet sein, deshalb legt man heute in der Zucht bestimmter Varietäten  Wert auf Beutetrieb. Und Hunde aus Leistungszuchten mit starkem Beutetrieb  können der Versuchung dann nicht widerstehen und mutieren zum "Jagdwart".  Einfach nur spazierenschlurfen ist nichts für unsere Bonny. Auch wenn kein  Wild in der Nähe ist, gehen plötzlich die Pferde mit ihr durch. Dann prescht  sie mit Vorliebe querfeldein durchs Unterholz, über Stock und Stein, bergauf,  bergab. Abhänge können gar nicht steil genug sein. Sie rennt mit einem  solchen Tempo bergauf, dass es jedem Setterfreund Tränen der Freude in die  Augen treiben würde. Es ist die pure Lebensfreude, die Lust am schnellen  Lauf, die ich ihr ja soo gerne gönnen würde. Vor allem, weil diese Ausflüge  immer nur sehr kurz sind. Meist dreht sie ihre Schleifen in Sichtweite, aber  auch wenn ich sie im Wald mal aus den Augen verliere, ist sie nach einer  Minute mit "lachendem" Gesichtsausdruck schon wieder da, glücklich über  das bestandene Abenteuer. Wald ist für sie der Hundehimmel. Aber auch wenn  der Belgier nur spielerisch hetzt, so finden Rehe und Jäger das doch gar nicht  lustig. Bonny weiß genau, wo Rehe stehen und sucht dort ständig mit hoher  Nase und mit vor Unternehmungslust blitzenden Augen. Und wenn sie nichts  findet - was soll's? Dann prescht sie eben mitten rein in die Dickichte und  stöbert auf, was da gerade rumsteht: Rehe, Wildschweine ... und die treibt sie  dann an Frauchen vorbei als wolle sie sagen: "Frauchen, schau mal, was ich  wieder Tolles gefunden habe!" Und Frauchen fällt das Herz in die  Hosentasche ... Ein Belgier kann jagen wie der Teufel - wenn er es nicht tut,  umso besser, aber es sollte doch endlich aufgeräumt werden mit dieser  Verallgemeinerung „Belgier jagen nicht“.  Doch was immer dem Belgier in die Wiege gelegt wurde, es liegt an uns, was  wir daraus machen. In vielen Erziehungsbüchern wird empfohlen, den Befehl  "Komm" stärker zu üben und durch Belohnung positiv zu belegen. Aber diese  Aufforderung wird im Alltag viel zu oft gebraucht und nutzt sich ab. Für den  Abbruch der Jagd braucht man ein besonderes Kommando, dass noch  attraktiver sein muss als Reh oder Katze. Das Umkehren muss sich lohnen!  Das erreicht man, indem man den Gehorsam auf dieses Wort extrem stark  belohnt (z.B. mit einer extra großen Portion Leckerchen). Bei Ungehorsam  mag beim Jagen ausnahmsweise auch mal eine Wurfkette oder klappernde  Schreckdose notwendig sein, um das Nachjagen noch zusätzlich zu verleiden.  Unmittelbar nach der Korrektur gibt man dann dem Hund die Chance, etwas  Richtiges zu tun (z.B. durch Heranrufen) und belohnt ihn mit ein paar  Streicheleinheiten oder vielen Leckerchen.  Trainieren kann man den Verhaltensabbruch mit dem "Superwort", indem  man den Hund im Spiel hinter einem Spielzeug herjagen lässt, dies aber ab  und zu (selten!) verbietet (eventuell Leine zu Hilfe nehmen): Anfangs den  Hund neben sich ins "Platz", später "Sitz bleib" oder "Steh" bringen, das  Werfen des Balls anfangs nur vortäuschen und Nachjagen verbieten. Schon bald kann man den Ball wirklich werfen, ohne dass der Hund sich von  seinem Platz neben dem Hundeführer entfernt. Dann übt man das gleiche auf  Distanz: zuerst mit einer Beißwurst, dann mit dem Ball. Gehorsam durch  Spiel belohnen, bei Ungehorsam das Spielzeug abnehmen und nicht spielen.  Nach und nach kann man den Ball immer provozierender werfen. Später lässt  man den Hund einige Meter nachjagen, um plötzlich sofortiges "Platz" zu  fordern. Erst nachdem der Hund sich "hingeschmissen" hat gibt man ihm die  Erlaubnis zum Erbeuten des Balls. Zum Schluss ist es sogar möglich, den  Hund zurückzurufen, während er dem Ball bereits nachjagt. Dann hat er sich  einen "Jackpot" verdient und die Chancen auf Gehorsam bei einer  Wildbegegnung steigen. Dieses Training dauert mehrere Monate, man  braucht also etwas Geduld und sollte den Hund nicht überfordern, da der  Verhaltensabbruch für ihn sehr frustrierend ist.  PS: Das mit dem "hinschmeißen" klappt bei uns allerdings nicht so ganz. So  bewegungsfreudig Bonny sonst beim Gassi gehen ist, sobald sie den Befehl  Platz hört, überkommt sie eine bleierne Schwere. Sie bleibt zwar sofort  stehen, aber dann schaut sie sich erst mal nach allen Seiten um, als wolle sie  sagen: "Wieso denn? Was ist denn? Wo kommt da wer?" Und dann geht sie  eventuell noch einen Schritt zur Seite, weil es sich dort bequemer liegen lässt,  und dann, langsam, ganz langsam nähert sie sich dem Boden. In der Disziplin  "langsames Platz machen" ist sie offensichtlich auf bestem Weg ins Guinness  Buch der Rekorde. ;-)  Vorbeugen kann man dem unerwünschten Jagdverhalten außerdem, indem  man sich selbst so interessant macht, dass der Hund gar nicht erst auf dumme  Gedanken kommt. Der Hund muss das Gefühl haben, dass er etwas Tolles  verpassen könnte, wenn er seinen Menschen verlässt. Also: nicht einfach  spazieren gehen, träumen und den Hund laufen lassen, sondern ab und zu  gemeinsame Aktionen einleiten, vielleicht gerade dann, wenn der Hund  beginnt, den Abstand zu seinem Hundeführer mehr als erlaubt zu vergrößern  oder erste Anzeichen beginnenden Jagdverhaltens zeigt (verharren und  wittern mit hoher Nase). Wenn der Hund allerdings bereits hetzt, ist es meist  zu spät (Ausnahme: Jagdabbruch mit dem "Superwort"). Die Reaktion auf  Lautzeichen wird dann vom Jagdtrieb, der bei einem Raubtier hohe Priorität  hat, unterdrückt. Kommen Sie dem zuvor und gestalten Sie das langweilige  Gassi gehen doch mal als spannenden Jagdausflug (siehe unten). Überraschen  Sie Ihren Hund immer wieder - er wird begeistert sein!! Besonders sinnvoll  ist es, den Hund in wildreichem Gelände mit Apportierübungen zu  beschäftigen, die mit nachhaltigen Belohnungen verbunden sind.  "Startschuss" für die gemeinsamen Aktionen sollte der Befehl "Platz" sein.  Wenn man beim Spazieren gehen immer wieder, auch auf Distanz, ein "Platz"  fordert und anschließend lustvolle Action folgen lässt, steigen die Chancen,  dass man auch bei einer Wildbegegnung oder in einer gefährlichen Situation  die Kontrolle über den Hund behält. Außerdem ist es für den Hund einfacher,  beim Losspurten noch kurz im Platz zu warten als umzudrehen, denn das  Hinlegen und Belauern ist Teil des Jagdverhaltens, das Zurückkommen zu  seinem Herrn dagegen nicht. Mit der Zeit entsteht durch dieses  Aufmerksamkeits-Training zwischen beiden Partnern so etwas wie eine  "unsichtbare Leine": Um nichts zu verpassen wird der Hund immer wieder zu  seinem "Expeditionsleiter" hinschauen und Kontakt aufnehmen, den dieser  mit einfachen Gesten wie Kopfnicken, Lächeln, Augenzwinkern, einer kurzen  Berührung oder einigen freundlichen Worten beantworten sollte. So fühlt sich  der Hund anerkannt, ohne dass er gleich zum Initiator eines neuen Spiels  avanciert.
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  Ausbildung

  "Gewalt bewirkt niemals etwas Gutes,  weder bei Menschen noch bei Hunden."  Turid Rugaas  Erst in einem Alter von ca. 4-5 Jahren wird der Belgier richtig erwachsen.  Er ist ein Hund, der Arbeit und Aufgaben braucht. Deshalb ist es sinnvoll,  mit ihm auf einen Hundeplatz zu gehen, wo er gefordert wird. In der  Einzelarbeit auf einem vernünftigen Hundeplatz blühen viele Belgier  regelrecht auf. Durch die Arbeit dort wachsen Mensch und Hund zu einem  Team zusammen. Egal ob beim Breitensport oder bei der Ausbildung zum  Schutz-, Fährten- oder Rettungshund - überall wird der Belgier seine  ausgeprägte Arbeitsfreude und Intelligenz einsetzen und seine ihm als  Gebrauchshund gegebenen Anlagen nutzen können. Allerdings reagiert der  Belgier auf dem Hundeplatz sensibler und ist sehr triebstark und spritzig.  Man sollte auch beachten, dass ein kluger Hund wie der Belgier sich  schnell langweilt wenn er Aufgaben wiederholen muss, die er längst beherrscht. Da er sich dadurch leicht ablenken lässt, braucht der Belgier  einen Arbeitgeber, der sich ständig interessante Jobs für ihn ausdenkt und  die Aufgaben abwechslungsreich gestaltet.  Lernen muss Freude bereiten. Es sollte mit Erfüllung verbunden sein, sonst  verlieren sowohl Mensch als auch Hund die Motivation. Also muss das  Lernen mit dem Hund immer mit Spiel und jeder Menge "tierischem" Spaß  verbunden werden. Der Weg ist das Ziel, nicht nur die bestandene Prüfung.  Und nur wer auf diesem Weg nicht nur an seinem Hund, sondern auch an  sich selbst arbeitet, kommt weiter.  Von absolutem Gehorsam hält ein eigenwilliger Hund wie der Belgier nicht  viel. Aber auch wenn er mal widerspenstig zu sein scheint, sollte man nicht  gleich schweres Geschütz auffahren und mit Zwang reagieren. Starkzwang  ist die pädagogische Bankrotterklärung. Zur Durchsetzung der Hörzeichen  sollte ein sparsam eingesetzter kurzer, aber ausreichend intensiver  Leinenruck genügen. Dabei soll der Leinenruck unsere Autorität nicht  ersetzen und den Hund unterordnen, sondern er soll lediglich auf unsere  Autorität verweisen. Er soll den Hund aufmerksam machen, damit dieser  sich wieder stärker auf seinen Hundeführer und die gemeinsame Aufgabe  konzentriert. Härtere Erziehungsmethoden führen beim Hund zu Stress, der  das Lernen sehr erschwert. Aus Angst, Fehler zu machen, wird der Hund  gehemmt, passiv und lustlos; letztendlich resigniert er. Er verliert das  Vertrauen in seinen Herrn, reagiert zunehmend unterwürfig und absolviert  die Übungen nur noch widerwillig und nicht mehr in der nötigen  Unbefangenheit. Darüber hinaus kann eine Ausbildung über negative  Verstärkung gerade bei selbstbewussten Hunden wie dem Belgier zu einer  Eskalation führen, die eher einem Machtkampf als vernünftigem Training  gleicht. Werden die Unterordnungsübungen dagegen maßvoll durchgesetzt,  unterstreichen auch sie den höheren Status des Menschen - genauso, wie  der dominierende Wolf /Hund die Bewegungsabläufe des rangniedrigeren  einengt.  Dabei haben Sie immer die Wahl, wie Sie sich Ihrem Hund mitteilen  wollen. - Sie können sich drohend und feindlich verhalten oder freundlich  sein. Sie sollten aber bedenken, dass der Mensch die Leitfigur des Hundes  ist, deren Verhaltensweisen er nacheifert. - Wie es in den Wald hineinruft,  so schallt es heraus.  Ein guter Hundeführer hat aggressive Umgangsformen nicht nötig; sein  Hund folgt ihm, weil er ihm vertraut und sich davon einen Vorteil (in der  Hundeausbildung sind das Spiel, Leckerchen und Zuwendung) verspricht.  Auf keinen Fall kann die Folgsamkeit des Hundes jedoch, wie die des  Soldaten, Ausdruck irgendwelcher abstrakter Pflichtgefühle sein. Der Hund  kennt keine Pflicht, er steht jenseits von Gut und Böse.  Ein Belgier, der eine Aufgabe hat, lernt immer neue Anforderungen zu  bewältigen und ist ein angenehmer Begleiter, der mit sich und der Welt in  Einklang ist. Er lernt körperliche und geistige Anforderungen zu bestehen  und sich auf seinen Herrn zu verlassen, der ihn sicher durch die  Bewältigung der Aufgaben führt. Die gemeinsame Arbeit stärkt die  Zusammengehörigkeit und den Gehorsam des Hundes. Eine Bestätigung,  die auch für den Hund sehr befriedigend ist. 
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