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Gedanken bevor ...
So wundervoll es auch sein mag, die Entwicklung eines Welpen mitzuerleben, so wundervoll es auch sein mag, ein solches Wollknäuel sein Eigen nennen zu können, so grauenvoll kann das Leben für einen Hund sein, ging einem Welpenkauf nicht eine reifliche Überlegung voraus:
Sind Sie sich ganz sicher und haben Sie sich das genau überlegt? Die Entscheidung für ein Tier darf nie aus dem Bauch heraus
gefällt werden. Sie übernehmen die Verantwortung für das Wohlergehen eines Lebewesens, das von Ihnen voll und ganz abhängig ist. Sind Sie sich bewusst, was das bedeutet? Sind Sie sich bewusst, dass Sie zum
Lebensmittelpunkt Ihres Tieres werden und dass Sie ihm viel Zeit und Zuwendung schulden?
Ist Ihnen klar, wie viel Arbeit ein Tier macht? Das
einzige Tier, das garantiert völlig pflegeleicht ist und niemals für Unordnung sorgt, ist ein Stofftier! Ein lebendes Wesen wird immer auch mal etwas kaputt oder schmutzig machen. Sind Sie bereit, ein Häufchen auf
dem Teppich oder Erbrochenes mit gelassener Ruhe zu entfernen, über zerbissene Schuhe oder zerkratzte Tapeten hinwegzusehen oder die Haare auf dem Sofa zu ertragen? Ein Tier bleibt immer ein Tier und kann sich
nicht gegen seine Natur an Ihre Vorstellungen anpassen. Die Dame, die eine Katze zurück ins Tierheim brachte, weil die Katze ihr nicht "gehorchte" und doch tatsächlich so "unverschämt" war,
immer wieder auf Sofa und Sessel zu springen, hätte sich besser ein Plüschtier angeschafft. Sie müssen sich an die Eigenarten Ihres Tieres anpassen, nicht umgekehrt. Wenn Sie dazu nicht bereit sind, bitte
verzichten Sie auf ein Tier. Und um böse Überraschungen zu vermeiden, erkundigen Sie sich bitte VOR der Anschaffung eines Tieres, was auf Sie zukommen wird. Wir als verantwortungsvolle Züchter werden Ihnen all
Ihre Fragen beantworten. Auch gibt es Bücher mit den wichtigsten Informationen über Hunde. Diese kosten z.B. nicht mal 15 € - ein winziger Bruchteil dessen, was ohnehin an Kosten auf Sie zukommen wird, wenn
Sie sich für ein Tier entscheiden.
Ist Ihnen klar, wie viel Kosten ein Tier verursacht? Haben Sie schon einmal durchgerechnet, was es im Monat
an Futter benötigt, oder an Zubehör wie Leine und Körbchen, Decken und Spielzeug? Wissen Sie, dass ein Tierarztbesuch durchschnittlich zwischen 30 und 100 € kostet? Wissen Sie auch, dass Sie Ihrem Tier
trotzdem einen regelmäßigen Tierarztbesuch, zur Vorbeugung (z.B. Impfungen, Entwurmungen, Floh- und Zeckenbefall) und erst recht natürlich bei Krankheit, schuldig sind? Ist
Ihnen bewusst, wie alt ein Tier werden kann? Ist Ihnen bewusst, dass ein Hund über 15 Jahre alt werden kann und dass das Tier während der letzten Lebensjahre ganz besonders viel
Zuneigung und unter Umständen auch teure Tierarztbesuche benötigt? Wenn Sie nicht bereit sind, ein Tier mit allen Konsequenzen bis zur letzten Minute seines Lebens zu begleiten, dann bitte seien Sie so fair
und verzichten Sie darauf, zum Lebensmittelpunkt eines hilflosen Tieres zu werden. Was geschieht mit dem Tier, wenn Sie verreisen möchten?
Als einmal eine Familie, die ihren Hund auf dem Weg in den Urlaub aus dem fahrenden Wagen warf, von Tierschützern angehalten und zur Rede gestellt wurde, sagte der Familienvater verständnislos: "Was wollen Sie
denn, wir haben uns das ganze Jahr auf den Urlaub gefreut und den Hund können wir nun mal nicht mitnehmen. Wir sind aber sehr tierliebe Menschen, wir werden aus Spanien wieder einen Welpen mitbringen."
Wenn Sie niemanden finden, der für Ihr Tier während Ihres Urlaubs sorgt, würden Sie dann lieber auf den Urlaub verzichten als auf Ihr Tier?
Was geschieht mit dem Tier bei
einem Wohnungswechsel? Es gibt wohl kaum eine armseligere Begründung, ein Tier, das Sie über alles liebt und Ihnen vertraut, wegzugeben, als die Worte: "Wir ziehen um und in
der neuen Wohnung sind Haustiere nicht erwünscht." Würden Sie auch Ihre Kinder in ein Heim geben, weil in der neuen Wohnung keine Kinder erwünscht sind? Wenn Ihnen nun der Satz auf der Zunge liegt, dass das
doch wohl etwas völlig anderes wäre, dann bitte, seien Sie so fair und verzichten Sie auf ein eigenes Haustier. Wenn Sie alle diese Fragen bedenkenlos abhaken können, steht dem Einzug des neuen
vierbeinigen Mitbewohners nichts mehr im Wege. ~*~ nach oben
Der Belgier
Der Belgische Schäferhund ist ein eleganter, mittelgroßer Hund von sehr edler Erscheinung. Sein freundliches, lebhaftes Wesen läßt ihn zu einem idealen Familienhund werden, seine
Intelligenz und Sensibilität prädestinieren ihn zum guten Gebrauchshund. Seine Arbeitsfreudigkeit kann man auf vielen Agility-Turnieren beobachten, außerdem wird der Belgier verstärkt im Polizei-, Lawinen- und
Rettungsdienst eingesetzt. In Deutschland ist der Belgische Schäferhund trotz seiner vielen Vorzüge noch recht unbekannt, obwohl diese Rasse schon seit über 100 Jahren besteht. Die Varietäten:
Groenendael langhaarig und schwarz Tervueren langhaarig, mahagonifarben bis beige und grau, mit schwarzer Maske und Charbonnage (schwarze Haarspitzen) Malinois kurzhaarig, wildfarben mit
schwarzer Maske und Charbonnage Laekenois rauhaarig, wildfarben mit Spuren von Charbonnage ~*~ nach oben
Haltung
Alle vier Varietäten zeichnen sich aus durch imposante Erscheinung und kraftvolle Eleganz. Aufgrund seines quadratischen Körperbaues ist der Belgische Schäferhund sehr flink,
wendig und von großer Ausdauer. Er ist ein vortrefflicher Springer, reagiert blitzschnell und bewegt sich außerordentlich behende. Von unermüdlichem Temperament ist der Belgier auch im hohen Alter noch agil
und lustig. Der Belgische Schäferhund ist ein sehr sensibles und intelligentes Tier, das sich dem Menschen eng anschließt. Es ist für ihn wichtig, voll in die Familie integriert zu werden und eignet sich nicht
für die Zwingerhaltung. ~*~ nach oben
Pflege
Der Belgische Schäferhund stellt, die Pflege betreffend, keinerlei Ansprüche. Lediglich zu Zeiten des Haarwechsels (ca. 2 x im Jahr) sollte man zu Kamm und Bürste greifen, um den
Hund den Fellwechsel zu erleichtern. Baden mit Shampoo oder Seife ist ohnehin überflüssig, da der Belgier keinen Eigengeruch hat. Man sollte ihm jedoch die Gelegenheit zum Schwimmen geben, denn viele, aber
nicht alle Belgier lieben Wasser sehr. ~*~ nach oben
Gesundheit
Der Belgische Schäferhund ist eine sehr robuste und gesunde Rasse. Da er zu keiner Zeit Modehund war und seine Zucht fast ausschließlich in den Händen von Liebhabern lag, ist er
auch noch nicht überzüchtet. ~*~ nach oben
Ernährung
Unsere Welpen werden bei uns im Haus an die gängigen Futtermittel gewöhnt. Außerdem lernen sie Haferflocken, Reis, Kartoffeln (nur gekocht, niemals roh!), gekochtes Huhn
(selbstverständlich ohne Knochen!) und Pute, verschiedene Gemüse und kernloses Obst kennen. Wenigstens bis zum Alter von 12, besser noch 18 Monaten sollte der Welpe handelsübliches Futter ohne irgendwelche
Zusatzstoffe bekommen. Das Welpenfutter ist auf die Bedürfnisse eines heranwachsenden Hundes abgestimmt. Zusätzliche Gaben von beispielsweise Kalzium können eher negative Folgen haben. Also: Ihrem Hund
zuliebe – bei Fertigfutter keine Zusätze wie Futterkalk u.ä. Verfüttern Sie auch niemals Schweinefleisch!
Schweinefleisch kann einen Virus, den Aujetzki-Virus, enthalten, der für den Menschen völlig ungefährlich ist, bei Hund und Katze aber zum Tode führen kann. Dieser Virus kann auch sehr hohe Temperaturen gut vertragen, wird daher beim Kochen oder Braten von Fleisch
nicht
abgetötet. Achten Sie auch darauf, dass der Welpe nicht zu schnell wächst. Die Endgröße lässt sich durch Futter ohnehin nicht beeinflussen, da sie genetisch vorgegeben ist. Beeinflussen können Sie aber, wann Ihr Hund ausgewachsen ist. Ein Welpe, der zuviel Futter bekommt, wird nicht gleich fett, sondern wächst erst einmal zu stark. Die Gelenke und Bänder sind aber noch nicht soweit gefestigt, daß sie das Gewicht tragen bzw. halten können. Bleibende Schäden an Skelett und Gelenken können die Folge sein. Auch die Entwicklung von HD (Hüftgelenkdysplasie) wird durch zu schnelles Wachstum und Übergewicht beeinflusst.
~*~ nach oben
Bewegung / Beschäftigung
"Ein Hund braucht viel Schlaf, gewiss. Das entspricht den notwendigen Ruhepausen des jagenden Wolfes. Aber er braucht auch stundenlange Phasen hundegerechter Aktivität,
d.h. auch rennen, suchen, hetzen, buddeln, spielen und auch mal ein wenig drohen, imponieren und angeben gegenüber Artgenossen." Erik Zimen Auch wenn der Belgier als Hofhund im Haus ruhig ist und
das Faulenzen zu genießen scheint, so ist er draußen doch äußerst bewegungsfreudig, ungestüm und unternehmungslustig. Er hat unglaublich viel Energie und man sollte sich schon vor der Anschaffung einige
Gedanken über seine Freizeitgestaltung und die Ziele machen, die man mit dem temperamentvollen Hund verknüpft. Ist man wirklich bereit, auf viele Jahre hinaus täglich etwas mit dem Hund zu unternehmen (und vor
allem auch bei Kälte, Sturm und strömendem Regen - Belgier laufen gerade bei schlechtem Wetter zur Höchstform auf)?? Nicht umsonst heißt es "drum prüfe, wer sich ewig bindet“ ;-) . Viele
interessante Beschäftigungsmöglichkeiten muss man ihm schon bieten. Es gibt nichts Schlimmeres als einen gelangweilten Belgier. Der Belgier braucht Abwechslung, Beschäftigung und viel, viel Bewegung. SEHR VIEL
BEWEGUNG!!! Ihn einfach nur im Garten laufen zu lassen, ist für einen so unternehmungslustigen und menschenbezogenen Hund viel zu wenig. Die Größe der Wohnung oder des Grundstücks spielt beim Belgier kaum
eine Rolle, sondern vor allem die Zeit, die der Halter für seinen Hund erübrigen kann und will. Ein Belgier ist kein Hund für bequeme Menschen, die ein pflegeleichtes Statussymbol suchen, das man so nebenbei
hält. Der Belgier fordert seinen Menschen. Jeden Tag aufs neue... Er ist auch im Alter noch sehr verspielt und verlangt auch dann noch viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung, um ein ausgeglichener und
glücklicher Hund zu sein. Er ist kein Hund, den man sich selbst überlassen kann. Er ist zu intelligent und einfallsreich, um allein gelassen zu verblöden. Ein arbeitsloser Belgier ist ein "armer
Hund". Er entwickelt viel Phantasie, um sich die Zeit zu vertreiben. Dann wird er zu einem schwierigen Hund, der Terror macht, Schuhe und Zeitungen in kleinste Teilchen zerreißt (er versucht mit Hilfe
vielfältiger Möglichkeiten seinem Schicksal zu entfliehen und seine überschüssigen Energien loszuwerden!). Jeder hat den Hund, den er verdient! So kann man mit seinem Hund z.B. erlebnisreiche
Spaziergänge unternehmen und aus einem langweiligen Gassi einen abwechslungsreichen "Jagdausflug" machen. Falls der Hund während des Spaziergangs dazu neigt sich zu verselbständigen, kann man mit
lustvoller Action vielleicht sogar diesen "Ausflügen" vorbeugen. Aber Achtung: im Wald immer auf den Wegen bleiben und die Action auch nicht übertreiben. Unser Wegbegleiter muss auch in Ruhe die
Hundezeitung lesen und eigene Beiträge "schreiben" können. - Animieren Sie den Hund zu Geschicklichkeitsspielen: gemeinsam mit dem Hund klettern oder balancieren, ihn über Hindernisse springen
lassen (Gräben, Bäche, niedere Mauern, Zäune, Baumstämme usw.). Vielleicht kann man sogar aus herumliegendem Holz eine Wippe bauen. - Lassen Sie den Hund durch Röhren laufen oder unter einem Hindernis
durchkriechen. - Versteckspiele: der Hundeführer oder ein anderes Familienmitglied versteckt sich hinter einem Baum oder Busch. - Suchspiele: ein Leckerchen fallen lassen und so tun, als habe man es
gerade entdeckt; Spielzeug "verlieren" und den Hund nach einigen Metern zurückschicken; getrockneten Pansen in hohes Gras werfen oder unter Laub verstecken. - Laufspiele, dabei den Hund zum Mitlaufen
animieren: Spurts, Haken schlagen, Tempo verändern, plötzlich erstarren, eventuell dabei den Spieler werfen und tragen lassen, oder Gehorsamsübungen einflechten (Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung). -
Fangen-Spiel: um ein Hindernis herum (z.B. parkende Autos) jagen und gejagt werden. - Werfspiele mit unterschiedlichem Spielzeug (einer "Beute" hinterher jagen und dem zweibeinigen Partner
zurückbringen): mal den Schleuderball oder Kong, dann den Ball (auch gegen Wände oder andere Hindernisse werfen), Ringe rollen lassen (Mäusejagd), asymmetrischer Ball, Ei (Hasenjagd), Hundefrisbee
(Vogeljagd). Ab und zu auch den Gehorsam trainieren: beim Ballspiel, oder wenn der Hund sich gerade mal wieder selbständig macht. - Apportierspiele: z.B. den Hund ablegen, weggehen, Spieler ablegen/ins
Gebüsch werfen, weitergehen, apportieren lassen; oder den Hund auf halben Wege Platz machen lassen; - unterschiedliche Gegenstände verwenden. - Zerrspiele mit Beißwurst, Lappen, Schleuderball oder Kong (die
"Beute" mit vereinten Kräften überwältigen). - Beenden kann man die gemeinsame "Jagd", indem man einen Futterbeutel versteckt und den Hund suchen lässt (evtl. Hilfestellung geben). Wenn
der Hund dann stolz die Ersatzbeute bringt und seine Augen dabei leuchten, verstärkt sich auch das Band gegenseitigen Vertrauens. Anschließend krönt man die erfolgreiche Jagd, indem man den Hund absitzen
lässt, aus dem Beutel füttert und ihm so seinen verdienten Anteil an der Beute zuteilt. Auf diese Weise kann der Hund seine Jagdlust abreagieren; und das Schöne dabei: ohne seinen Meister geht es nicht.
Es lohnt sich also, immer Kontakt zu ihm zu halten. Auch so kann man dem Hund vollkommen zwanglos die menschliche Vormachtstellung als Rudelführer deutlich machen. Motto: Der Mensch leitet den Hund zur Lösung
kleinerer und größerer Aufgaben an, fast so wie das Leittier des Rudels sein Pack zur erfolgreichen Jagd führt. Besonders durch diese gemeinsamen Erlebnisse verdient man sich in den Augen des Hundes wirklich
seine Gefolgschaftstreue. Und ganz nebenbei erspart ein solcher "Jagdausflug" dem Hundeführer das Fitneßstudio. ;-) Viele Belgier stehen, wie Bonny, nach absolviertem
"Unterhaltungsprogramm" gleich wieder vor ihrem "Animateur" und scheinen mit einem unternehmungslustigen Funkeln in den Augen zu fragen: "Und was kommt jetzt"? Sagen Sie ihm dann:
"Jetzt kommt ein klasse Spiel": Es reicht nicht, nur die Beine des Hundes zu beschäftigen, man muss auch den Kopf beschäftigen. Erst beides zusammen bringt Zufriedenheit – auch für den Hundemenschen.
So sorgen auch scheinbar sinnlose Kunststückchen für die geistige Auslastung des Belgiers. Und je mehr seine Intelligenz mit "Sinnvollem" ausgelastet ist, desto weniger Dummheiten wird er machen! Und
wieder baut man ganz nebenbei seine "Rudelstellung" aus. Schließlich bringt man als "Alttier" seinem "Assistenten" Kniffe bei; Arbeitsteilung lautet hier das Schlagwort. Also durchaus
eine gewaltfreie Art, Autorität zugewinnen!!! Aber: Sehen Sie all diese Formen der Beschäftigungen als freudvolle gemeinsame Tätigkeit und setzen Sie sich nicht zum Ziel, dass Ihr vierbeiniger Freund für
eine Vorstellung vor Publikum Dinge aufführen soll. Da kommt nämlich sehr schnell eine Druckkomponente ins Spiel. Ihr eigener Ehrgeiz verstellt das eigentliche Ziel: dem Hund eine ihn befriedigende
Aufgabe zu geben und die gegenseitige Bindung zu stärken. ~*~ Nach oben
Erziehung
"Dem Hunde, wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen." Goethe, Faust I Erziehung und Ausbildung darf man nicht mit einander verwechseln. Die
Grunderziehung ist eine Notwendigkeit, ohne die ein reibungsloses Zusammenleben zwischen Mensch und Hund nicht funktionieren kann. Sie beginnt bereits am ersten Tag, wenn der Welpe ins neue Heim kommt und
sollte bei einem feinfühligen Hund wie dem Belgier zwar konsequent aber doch behutsam, auf liebevolle, spielerische Art durchgeführt werden. Er braucht ein unbeschwertes Junghundstadium mit viel Zuwendung. Die
strengere Ausbildung, die z.B. die Begleithundprüfung als Ziel hat, beginnt beim Belgier dagegen frühestens erst mit 8 Monaten. Der Belgier ist eine anspruchsvolle Hundepersönlichkeit. Er verlangt Respekt, ist
selbstbewusst, nicht unterwürfig. Kadavergehorsam ist ihm fremd. Belgier sind ausgesprochen kluge Hunde mit einer entsprechenden Portion Eigensinn. Sie bemerken jede Schwachstelle ihres Erziehers mit einer
unfehlbaren Sicherheit und nützen diese sofort weidlich aus. Hier ist der Hundehalter mit all seiner Konsequenz, gepaart mit Geduld und Einfühlungsvermögen, gefordert. Der Hund soll auf sein Verhalten hin für
ihn möglichst vorhersehbare Reaktionen erhalten. Es ist nicht wie bei uns Menschen, wo man sich auch mal auf eine Ausnahme oder einen Kompromiss einigen kann. Für den Hund gibt es nur 'ja' oder 'nein'. Etwas
was dazwischen liegt, kann er nicht einordnen, es verwirrt ihn. - Und wir outen uns als reichlich unberechenbare, unzuverlässige Rudelführer. Hundeerziehung schließt Selbsterziehung mit ein, denn ein Hund ist
immer nur so gut wie sein Hundeführer. Gerade das macht sie für Anfänger so anstrengend. Wenn etwas schief geht und der “blöde Hund mal wieder gar nichts kapiert”, dann liegt die Schuld bestimmt beim
Zweibeiner und wir sollten überdenken, ob der Hund überhaupt verstehen konnte, was wir daverlangt haben. Denken Sie daran, dass der Hund auch Unausgesprochenes "wörtlich" nimmt, d.h. Signale, die
über Körpersprache oder Geruch vermittelt werden! Wir können unseren Hund nicht belügen. Er liest unsere Körpersprache wie ein offenes Buch, weiß unsere Bewegungen und unsere Gestik zu
deuten. Er kennt unseren Körpergeruch in allen möglichen Situationen und kann ihn interpretieren. Er versteht kein Wort, das wir sprechen, aber er erkennt an unserer Stimme und an unserem Tonfall
was wirwollen. Auch schlechte Manieren des Hundes liegen immer begründet im Hundeführer. Es sollte jedem Hundebesitzer klar sein, dass eigentlich er an sich arbeiten muss, denn der Hund verhält sich so, wie er es
gelernt hat. Der Hund ist, was der Mensch aus ihm macht! Der Belgier ist ein ausgesprochen intelligenter Hund mit einer sehr guten Lernfähigkeit und Lernbereitschaft. Mit Zuwendung, Leckerchen und Spiel
als Motivation ist ein Belgier gut erziehbar. Befehle sollten leise, aber bestimmt gegeben werden, immer mit den gleichen Worten oder Gesten, und vom Hund ohne jedes Zögern sofort beim ersten Mal befolgt
werden. Der Hund muss sich einprägen, dass die Befehle seines Herrn weder Bitten noch Appelle sind oder der Beginn einer Verhandlung, sondern vielmehr Anweisungen, die auf der Stelle auszuführen sind.
Der ideale Zeitpunkt den Hund zu korrigieren ist bereits, wenn er gerade erst daran denkt, ein unerwünschtes Verhalten zu zeigen. Der Hund erlebt so einen allwissenden Rudelchef, den man nicht austricksen kann. Auch
wenn er das unerwünschte Verhalten bereits zeigt, kann man noch eingreifen. 2 Sekunden danach ist es dagegen schon zu spät. Als Verbot reicht meist ein scharf gesprochenes "Nein" oder
"Pfui", das das Knurren ersetzen soll und evtl. noch durch Händeklatschen verstärkt wird. Anschließend kann man in ein drohendes Erstarren verfallen indem man die Hände in die Hüften stemmt (sich
groß macht), den Hund scharf ansieht und den Blickkontakt so lange aufrecht erhält, bis der Hund gehorcht. So gibt man seinen Befehlen Nachdruck und vermittelt einen hohen Sozialstatus, ohne Gewalt anwenden zu
müssen. Besonders widerborstige Lümmel kann man zurechtweisen, indem man ihnen wortlos über die Schnauze greift. Auch ein Spritzer aus einer kleinen Wasserpistole zeigt nachhaltige Wirkung. Eine besonders
elegante Methode zur Festigung und Absicherung der Gehorsamsübungen sind Belohnungen aus der Situation heraus. Stichwort: "Nichts ist umsonst". Die einfache Regel lautet: "Befolge die Befehle und
du kriegst die guten Dinge, die Hunde mögen. Befolgst du sie nicht, kriegst du sie auch nicht." Aber Achtung: man muss von Anfang an wirklich die Kontrolle über den Hund oder das Ziel seines Begehrens
haben. Er darf sich nicht durch Ungehorsam selbst belohnen können. Bei dieser Methode tritt der Erzieher nicht mit den Ablenkungen und Begehrlichkeiten des Hundes in Wettstreit sondern nutzt sie aus. Also z.B.
erst ein "Sitz" verlangen, bevor der Hund in den Garten darf. Fortgeschrittene können auch ein "Komm" verlangen, bevor er mit anderen Hunden spielen darf. Gehorsam hat nun nicht mehr die
Bedeutung von "Spaß vorbei", sondern gehorsam zu sein wird für den Hund attraktiv, weil er nur über den Gehorsam all' die schönen Dinge des Hundelebens erreichen kann. Außerdem: der Mensch kann so
ganz nebenbei seinen Rang als unumstrittener Rudelführer festigen (Zauberwort: Ressourcenkontrolle. Wer wichtige Dinge zurückhalten oder verteilen kann, hat auch die Macht, seine Wünsche durchzusetzen). Aber
auch wenn der Belgier einmal ungehorsam sein sollte, stellt er nicht gleich unsere Führerrolle in Frage. Die verbreitetste Ursache für Ungehorsam ist zu geringes Training! Man beweist sich nicht als Chef,
indem man seinen Hund ausschimpft, körperlich züchtigt oder zu etwas zwingt. Zorniges und aufbrausendes Verhalten seines Herrn signalisiert dem Hund eher Unsicherheit als Souveränität, denn nur wessen Stuhl
wackelt, hat es nötig, sich aufzuregen. Auf grobe und gewaltsame Behandlung reagiert der Belgier negativ. Dann hört er auf mit seinem Menschen zu kommunizieren und stellt seine Ohren auf Durchzug. Man
sollte mit einem eigenständigen Hund wie dem Belgier eine „Partnerbeziehung" anknüpfen und die Zusammenarbeit besonders fördern, aufgrund derer er mit Lust und Freude seine Stellung sowie alle
Anforderungen respektiert und erfüllt. Wichtig ist es, das Vertrauen zu schaffen und zu erhalten, das der Belgier seinem Oberchef entgegenbringen möchte. Stimmen diese Voraussetzungen, dann belohnt der Belgier
seinen Lehrmeister mit einer einzigartigen Bindung und wird zu einem Lebenspartner im wahrsten Sinne des Wortes. Die beste Möglichkeit mit seinem Hund "zusammenzuwachsen" und ein Team zu
bilden, bietet der Hundesport. Unerwünschtes Jagdverhalten Auch hier heißt es wieder: Wehret den Anfängen! Den Hund vom Jagen abzuhalten, ist sicher das schwierigste Kapitel in der
Hundeerziehung. Der Belgier gehört zur Rasse der Hütehunde, kann aber auch als Schutzhund geeignet sein, deshalb legt man heute in der Zucht bestimmter Varietäten Wert auf Beutetrieb. Und Hunde aus
Leistungszuchten mit starkem Beutetrieb können der Versuchung dann nicht widerstehen und mutieren zum "Jagdwart". Einfach nur spazierenschlurfen ist nichts für unsere Bonny. Auch wenn kein Wild in
der Nähe ist, gehen plötzlich die Pferde mit ihr durch. Dann prescht sie mit Vorliebe querfeldein durchs Unterholz, über Stock und Stein, bergauf, bergab. Abhänge können gar nicht steil genug sein. Sie rennt mit
einem solchen Tempo bergauf, dass es jedem Setterfreund Tränen der Freude in die Augen treiben würde. Es ist die pure Lebensfreude, die Lust am schnellen Lauf, die ich ihr ja soo gerne gönnen würde. Vor allem,
weil diese Ausflüge immer nur sehr kurz sind. Meist dreht sie ihre Schleifen in Sichtweite, aber auch wenn ich sie im Wald mal aus den Augen verliere, ist sie nach einer Minute mit "lachendem"
Gesichtsausdruck schon wieder da, glücklich über das bestandene Abenteuer. Wald ist für sie der Hundehimmel. Aber auch wenn der Belgier nur spielerisch hetzt, so finden Rehe und Jäger das doch gar nicht
lustig. Bonny weiß genau, wo Rehe stehen und sucht dort ständig mit hoher Nase und mit vor Unternehmungslust blitzenden Augen. Und wenn sie nichts findet - was soll's? Dann prescht sie eben mitten rein in die
Dickichte und stöbert auf, was da gerade rumsteht: Rehe, Wildschweine ... und die treibt sie dann an Frauchen vorbei als wolle sie sagen: "Frauchen, schau mal, was ich wieder Tolles gefunden habe!"
Und Frauchen fällt das Herz in die Hosentasche ... Ein Belgier kann jagen wie der Teufel - wenn er es nicht tut, umso besser, aber es sollte doch endlich aufgeräumt werden mit dieser Verallgemeinerung „Belgier
jagen nicht“. Doch was immer dem Belgier in die Wiege gelegt wurde, es liegt an uns, was wir daraus machen. In vielen Erziehungsbüchern wird empfohlen, den Befehl "Komm" stärker zu üben und durch
Belohnung positiv zu belegen. Aber diese Aufforderung wird im Alltag viel zu oft gebraucht und nutzt sich ab. Für den Abbruch der Jagd braucht man ein besonderes Kommando, dass noch attraktiver sein muss als
Reh oder Katze. Das Umkehren muss sich lohnen! Das erreicht man, indem man den Gehorsam auf dieses Wort extrem stark belohnt (z.B. mit einer extra großen Portion Leckerchen). Bei Ungehorsam mag beim
Jagen ausnahmsweise auch mal eine Wurfkette oder klappernde Schreckdose notwendig sein, um das Nachjagen noch zusätzlich zu verleiden. Unmittelbar nach der Korrektur gibt man dann dem Hund die Chance, etwas
Richtiges zu tun (z.B. durch Heranrufen) und belohnt ihn mit ein paar Streicheleinheiten oder vielen Leckerchen. Trainieren kann man den Verhaltensabbruch mit dem "Superwort", indem man den Hund im
Spiel hinter einem Spielzeug herjagen lässt, dies aber ab und zu (selten!) verbietet (eventuell Leine zu Hilfe nehmen): Anfangs den Hund neben sich ins "Platz", später "Sitz bleib" oder
"Steh" bringen, das Werfen des Balls anfangs nur vortäuschen und Nachjagen verbieten. Schon bald kann man den Ball wirklich werfen, ohne dass der Hund sich von seinem Platz neben dem Hundeführer entfernt.
Dann übt man das gleiche auf Distanz: zuerst mit einer Beißwurst, dann mit dem Ball. Gehorsam durch Spiel belohnen, bei Ungehorsam das Spielzeug abnehmen und nicht spielen. Nach und nach kann man den Ball
immer provozierender werfen. Später lässt man den Hund einige Meter nachjagen, um plötzlich sofortiges "Platz" zu fordern. Erst nachdem der Hund sich "hingeschmissen" hat gibt man ihm die
Erlaubnis zum Erbeuten des Balls. Zum Schluss ist es sogar möglich, den Hund zurückzurufen, während er dem Ball bereits nachjagt. Dann hat er sich einen "Jackpot" verdient und die Chancen auf Gehorsam bei
einer Wildbegegnung steigen. Dieses Training dauert mehrere Monate, man braucht also etwas Geduld und sollte den Hund nicht überfordern, da der Verhaltensabbruch für ihn sehr frustrierend ist. PS: Das
mit dem "hinschmeißen" klappt bei uns allerdings nicht so ganz. So bewegungsfreudig Bonny sonst beim Gassi gehen ist, sobald sie den Befehl Platz hört, überkommt sie eine bleierne Schwere. Sie bleibt zwar
sofort stehen, aber dann schaut sie sich erst mal nach allen Seiten um, als wolle sie sagen: "Wieso denn? Was ist denn? Wo kommt da wer?" Und dann geht sie eventuell noch einen Schritt zur Seite,
weil es sich dort bequemer liegen lässt, und dann, langsam, ganz langsam nähert sie sich dem Boden. In der Disziplin "langsames Platz machen" ist sie offensichtlich auf bestem Weg ins Guinness Buch
der Rekorde. ;-) Vorbeugen kann man dem unerwünschten Jagdverhalten außerdem, indem man sich selbst so interessant macht, dass der Hund gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt. Der Hund muss das Gefühl haben,
dass er etwas Tolles verpassen könnte, wenn er seinen Menschen verlässt. Also: nicht einfach spazieren gehen, träumen und den Hund laufen lassen, sondern ab und zu gemeinsame Aktionen einleiten, vielleicht
gerade dann, wenn der Hund beginnt, den Abstand zu seinem Hundeführer mehr als erlaubt zu vergrößern oder erste Anzeichen beginnenden Jagdverhaltens zeigt (verharren und wittern mit hoher Nase). Wenn der Hund
allerdings bereits hetzt, ist es meist zu spät (Ausnahme: Jagdabbruch mit dem "Superwort"). Die Reaktion auf Lautzeichen wird dann vom Jagdtrieb, der bei einem Raubtier hohe Priorität hat,
unterdrückt. Kommen Sie dem zuvor und gestalten Sie das langweilige Gassi gehen doch mal als spannenden Jagdausflug (siehe unten). Überraschen Sie Ihren Hund immer wieder - er wird begeistert sein!! Besonders
sinnvoll ist es, den Hund in wildreichem Gelände mit Apportierübungen zu beschäftigen, die mit nachhaltigen Belohnungen verbunden sind. "Startschuss" für die gemeinsamen Aktionen sollte der Befehl
"Platz" sein. Wenn man beim Spazieren gehen immer wieder, auch auf Distanz, ein "Platz" fordert und anschließend lustvolle Action folgen lässt, steigen die Chancen, dass man auch bei einer
Wildbegegnung oder in einer gefährlichen Situation die Kontrolle über den Hund behält. Außerdem ist es für den Hund einfacher, beim Losspurten noch kurz im Platz zu warten als umzudrehen, denn das Hinlegen und
Belauern ist Teil des Jagdverhaltens, das Zurückkommen zu seinem Herrn dagegen nicht. Mit der Zeit entsteht durch dieses Aufmerksamkeits-Training zwischen beiden Partnern so etwas wie eine "unsichtbare
Leine": Um nichts zu verpassen wird der Hund immer wieder zu seinem "Expeditionsleiter" hinschauen und Kontakt aufnehmen, den dieser mit einfachen Gesten wie Kopfnicken, Lächeln, Augenzwinkern, einer
kurzen Berührung oder einigen freundlichen Worten beantworten sollte. So fühlt sich der Hund anerkannt, ohne dass er gleich zum Initiator eines neuen Spiels avanciert. ~*~ Nach oben
Ausbildung
"Gewalt bewirkt niemals etwas Gutes, weder bei Menschen noch bei Hunden." Turid Rugaas Erst in einem Alter von ca. 4-5 Jahren wird der Belgier richtig
erwachsen. Er ist ein Hund, der Arbeit und Aufgaben braucht. Deshalb ist es sinnvoll, mit ihm auf einen Hundeplatz zu gehen, wo er gefordert wird. In der Einzelarbeit auf einem vernünftigen Hundeplatz blühen
viele Belgier regelrecht auf. Durch die Arbeit dort wachsen Mensch und Hund zu einem Team zusammen. Egal ob beim Breitensport oder bei der Ausbildung zum Schutz-, Fährten- oder Rettungshund - überall wird der
Belgier seine ausgeprägte Arbeitsfreude und Intelligenz einsetzen und seine ihm als Gebrauchshund gegebenen Anlagen nutzen können. Allerdings reagiert der Belgier auf dem Hundeplatz sensibler und ist sehr
triebstark und spritzig. Man sollte auch beachten, dass ein kluger Hund wie der Belgier sich schnell langweilt wenn er Aufgaben wiederholen muss, die er längst beherrscht. Da er sich dadurch leicht ablenken lässt,
braucht der Belgier einen Arbeitgeber, der sich ständig interessante Jobs für ihn ausdenkt und die Aufgaben abwechslungsreich gestaltet. Lernen muss Freude bereiten. Es sollte mit Erfüllung verbunden sein,
sonst verlieren sowohl Mensch als auch Hund die Motivation. Also muss das Lernen mit dem Hund immer mit Spiel und jeder Menge "tierischem" Spaß verbunden werden. Der Weg ist das Ziel, nicht nur die
bestandene Prüfung. Und nur wer auf diesem Weg nicht nur an seinem Hund, sondern auch an sich selbst arbeitet, kommt weiter. Von absolutem Gehorsam hält ein eigenwilliger Hund wie der Belgier nicht viel.
Aber auch wenn er mal widerspenstig zu sein scheint, sollte man nicht gleich schweres Geschütz auffahren und mit Zwang reagieren. Starkzwang ist die pädagogische Bankrotterklärung. Zur Durchsetzung der
Hörzeichen sollte ein sparsam eingesetzter kurzer, aber ausreichend intensiver Leinenruck genügen. Dabei soll der Leinenruck unsere Autorität nicht ersetzen und den Hund unterordnen, sondern er soll lediglich
auf unsere Autorität verweisen. Er soll den Hund aufmerksam machen, damit dieser sich wieder stärker auf seinen Hundeführer und die gemeinsame Aufgabe konzentriert. Härtere Erziehungsmethoden führen beim Hund
zu Stress, der das Lernen sehr erschwert. Aus Angst, Fehler zu machen, wird der Hund gehemmt, passiv und lustlos; letztendlich resigniert er. Er verliert das Vertrauen in seinen Herrn, reagiert zunehmend
unterwürfig und absolviert die Übungen nur noch widerwillig und nicht mehr in der nötigen Unbefangenheit. Darüber hinaus kann eine Ausbildung über negative Verstärkung gerade bei selbstbewussten Hunden wie dem
Belgier zu einer Eskalation führen, die eher einem Machtkampf als vernünftigem Training gleicht. Werden die Unterordnungsübungen dagegen maßvoll durchgesetzt, unterstreichen auch sie den höheren Status des
Menschen - genauso, wie der dominierende Wolf /Hund die Bewegungsabläufe des rangniedrigeren einengt. Dabei haben Sie immer die Wahl, wie Sie sich Ihrem Hund mitteilen wollen. - Sie können sich drohend
und feindlich verhalten oder freundlich sein. Sie sollten aber bedenken, dass der Mensch die Leitfigur des Hundes ist, deren Verhaltensweisen er nacheifert. - Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es
heraus. Ein guter Hundeführer hat aggressive Umgangsformen nicht nötig; sein Hund folgt ihm, weil er ihm vertraut und sich davon einen Vorteil (in der Hundeausbildung sind das Spiel, Leckerchen und Zuwendung)
verspricht. Auf keinen Fall kann die Folgsamkeit des Hundes jedoch, wie die des Soldaten, Ausdruck irgendwelcher abstrakter Pflichtgefühle sein. Der Hund kennt keine Pflicht, er steht jenseits von Gut und
Böse. Ein Belgier, der eine Aufgabe hat, lernt immer neue Anforderungen zu bewältigen und ist ein angenehmer Begleiter, der mit sich und der Welt in Einklang ist. Er lernt körperliche und geistige
Anforderungen zu bestehen und sich auf seinen Herrn zu verlassen, der ihn sicher durch die Bewältigung der Aufgaben führt. Die gemeinsame Arbeit stärkt die Zusammengehörigkeit und den Gehorsam des Hundes. Eine
Bestätigung, die auch für den Hund sehr befriedigend ist. ~*~
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